Herzdruckmassage wichtigste Reanimationsmaßnahme

MANNHEIM (sko). Die Herzdruckmassage ist die wichtigste Maßnahme bei einer Reanimation. Dies wird jetzt - wie gemeldet - auch in den neuen Leitlinien berücksichtigt.

Veröffentlicht:

Zusammen mit der Frühdefibrillation macht die Reanimation 90 Prozent der Wiederbelebungsmaßnahmen aus. Danach kommt erst die Sicherung der Atemwege und die Verabreichung von Medikamenten.

Bei allen Maßnahmen, die im Laufe einer Reanimation ergriffen werden, hat eines immer Vorrang: Die Aufrechthaltung des Kreislaufs. Dementsprechend betonen die neuen Leitlinien zur Reanimation auch die Herzdruckmassage als wichtigste Maßnahme. Erst an zweiter Stelle kommt die Sicherung der Atemwege, wie Professor Hans-Richard Arntz vom Universitätsklinikum Charité in Berlin gesagt hat.

Endotracheale Intubation ist noch immer der Goldstandard

Goldstandard ist hier immer noch die endotracheale Intubation - die allerdings nur von erfahrenen Ärzten und ohne Unterbrechung der Thoraxkompression vorgenommen werden sollte. "Dabei sollte die Intubation maximal nicht länger als 30 Sekunden dauern", sagte Arntz beim Kardiologenkongreß in Mannheim. Auch nach Intubation muß die Herzdruckmassage fortgeführt werden.

Eine weitere Maßnahme ist der Zugang für die Medikamentenverabreichung. Hier hat sich besonders bei Kindern der intraossäre Zugang bewährt, bei dem eine Kanüle durch den Knochen ins Knochenmark gelegt wird: "Dieser Zugang ist leicht anzuwenden, man muß sich nur trauen", sagte Arntz.

Nur eine Notlösung sei dagegen die endotracheale Applikation von Medikamenten. Durch ungleichmäßige Resorption könne es zur Depotbildung mit überschießender Resorption kommen.

Was die Arzneien bei einer Reanimation betrifft, sind die Vasopressoren von großer Bedeutung - "auch wenn es keine Placebo-kontrollierte Studie für die Verbesserung der Prognose gibt", hat Privatdozent Uwe Janssens vom St.-Antonius-Hospital in Eschweiler berichtet. Standard ist und bleibt hier Epinephrin in der Dosis von einem Milligramm alle drei bis fünf Minuten - eine höhere Dosis bringt keinen Vorteil.

Mehr zum Thema

Cochrane-Review

Rauchstopp ist für Herzkranke eine gute Idee

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Plasmodien vermehren sich als Trophozoiten in Erythrozyten: Eine Phase im Lebenszyklus von Malaria-Erregern.

© Kateryna Kon / Science Photo Library / mauritius images

RKI meldet

Zwei aktuelle Fälle von Flughafen-Malaria in Frankfurt

Ein Krankenpfleger schiebt ein Krankenbett durch eine Station. Das Bundesgesundheitsministerium hat Pläne für Ermittlung und Festlegung des Pflegepersonalbedarfs in einem Krankenhaus vorgestellt.

© Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Update

Neuer Gesetzentwurf

Personalschlüssel für Klinik-Pflege soll ab 2024 gelten