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Aortenaneurysmen / Projekt

Herzgefäßprothese bald aus dem 3-D-Drucker?

Mediziner der Uniklinik München wollen die 3-D-Drucktechnik für passgenauere Prothesen bei Aortenaneurysmen nutzen.

Veröffentlicht:
3-D-Druck-Modell eines Gefäßaneurysmas (weiß) und der Form der späteren Gefäßprothese (rot) in den Händen von Dr. Nikolaus Thierfelder, Herzchirurg. Klinik u. Poliklinik, Klinikum der LMU München.

3-D-Druck-Modell eines Gefäßaneurysmas (weiß) und der Form der späteren Gefäßprothese (rot) in den Händen von Dr. Nikolaus Thierfelder, Herzchirurg. Klinik u. Poliklinik, Klinikum der LMU München.

© Andreas Steeger/Klinikum der LMU München

NEU-ISENBURG. Ein Forscherteam um den Herzchirurgen Dr. Nikolaus Thierfelder vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet derzeit daran, künstliche Gefäßprothesen patienten-individuell herzustellen. Das neue Verfahren, das die 3-D-Drucktechnik nutzt, wird im Rahmen des mit rund 60.000 Euro geförderten Dr. Rusche-Forschungsprojektes gefördert, wie die Deutsche Herzstiftung mitteilt.

CT-Aufnahme eines Aortenaneurysmas.

CT-Aufnahme eines Aortenaneurysmas.

© Dr. Nikolaus Thierfelder/Klinikum der LMU München

"Unser Ziel ist es, durch die verbesserte Passgenauigkeit der Prothese die Komplikationsrate signifikant zu senken und gleichzeitig die Sicherheit für die Patienten zu erhöhen", betont Thierfelder in der Mitteilung. Bislang werden Prothesen nach Auswertung von Aufnahmen des erkrankten Gefäßes aus einer Auswahl vorgefertigter Größen ausgewählt und eingesetzt. Häufig passe die Prothese aber nicht ideal zur Anatomie des Patienten. Die Folge: Komplikationen etwa durch das Verrutschen der Prothese oder eine mangelnde Abdichtung an den Prothesenenden, wie Studien belegten, so Thierfelder.

Die München Wissenschaftler arbeiten daher daran, auf der Basis von CT- oder MRT-Aufnahmen, die im Zuge der Diagnostik vor dem Eingriff ohnehin gemacht werden, patienten-individuelle Prothesen zu produzieren. Ihren Angaben zufolge könnten in einem mehrstufigen Prozess und mit Hilfe einer spezialisierten Software die betroffenen anatomischen Strukturen definiert und freigestellt werden. Die Stelle, an der z.B. das Aneurysma vorliege, werde anschließend mittels eines 3-D-Druckers als plastisches Modell hergestellt. Auf dieses Modell werde dann per Elektrospinning eine dünne, faserige Polymerschicht aufgetragen. Zudem würde in die so entstandene Gefäßprothese noch ein form- und stabilitätsgebendes Drahtskelett eingearbeitet.

Thierfelder äußert sich dazu in der Pressemitteilung optimistisch: "Mit dem neuen Verfahren wollen wir die Prothesenherstellung im Vergleich zur bisherigen, manuellen Produktionsmethode nicht nur individueller, sondern auch ökonomischer, schneller und insbesondere sicherer machen." (run)

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