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Feinstaub

Herzrisiko schon unter den EU-Grenzwerten

Wer langzeitig Feinstaub ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Koronarien. Jetzt zeigt die ESCAPE-Studie sogar: Das Risiko besteht bereits unterhalb der bislang geltenden EU-Grenzwerte.

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Die Industrie ist in Europa weiterhin der größte Luftverschmutzer.

Die Industrie ist in Europa weiterhin der größte Luftverschmutzer.

© tomas / fotolia.com

ROM. Der Zusammenhang von jahrelanger Feinstaub-Belastung und koronaren Ereignissen wurde in der "European Study of Cohorts for Air Pollution Effects" (ESCAPE) untersucht.

An der prospektiven Kohortenstudie nahmen mehr als 100.000 zu Beginn der Studie herzgesunde Probanden aus Finnland, Schweden, Dänemark, Italien und Deutschland teil (BMJ 2014; 348: f7412). Die Rekrutierung erfolgte von 1997 bis 2007, die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 11,5 Jahre.

5,2 Prozent der Studienteilnehmer erlitten während der Nachbeobachtung einen koronaren Zwischenfall - einen Herzinfarkt oder eine sonstige akute oder subakute Koronarischämie. Dabei waren Assoziationen zur jeweils wohnortnah gemessenen Feinstaubbelastung festzustellen.

Lagen die Schätzwerte der PM2,5-Belastung (also der Luftbelastung mit Partikeln von höchsten 2,5 µm Durchmesser) um 5 µg/m3 höher, stieg das Risiko eines koronaren Ereignisses um 13 Prozent. Bei einer Zunahme der PM10-Belastung um 10 µg/m3 betrug die Risikoerhöhung 12 Prozent.

Die Verbindung von erhöhter Feinstaubbelastung und steigender Inzidenz koronarer Ereignisse machte sich bereits bei Feinstaub-Konzentrationen unterhalb der in der Europäischen Union geltenden Grenzwerte bemerkbar.

Für PM10 gilt in der EU ein Jahresmittelwert von 40 mg/m3 als zulässig. Für PM2,5 liegt die Grenze bei 25 µg/m3. Die Ergebnisse der Studie liefern nach Ansicht der ESCAPE-Forscher Gründe, die bestehenden EU-Grenzwerte zu senken.

An ESCAPE waren 28 europäische Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter das Westdeutsche Herzzentrum an der Universitätsklinik Essen, die Medizinische Fakultät der Universität und das Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf, das Helmholtz-Zentrum in München-Neuherberg, die Universität Ulm und das MONICA/KORA-Herzinfarktregister Augsburg.

Mit ihren Resultaten belegt die Studie ein weiteres Mal die üblen Folgen von Feinstaub-Belastung. Weltweit soll sie Schätzungen zufolge für 3,1 Millionen Todesfälle durch ischämische Herzkrankheiten und für rund ein Fünftel der durch Koronarleiden verursachten Krankheitsbelastung verantwortlich sein. (rb)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Unfeiner Staub

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