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Keime in Berlin

Herzzentrum stärker betroffen

Weitet sich die "Keim-Krise" in Berlin aus? Nach der Charité ist nun offenbar auch das Herzzentrum stärker betroffen.

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Herzzentrum Berlin: Vier Säuglinge mit Serratia infiziert.

Herzzentrum Berlin: Vier Säuglinge mit Serratia infiziert.

© Marc Tirl / dpa

BERLIN (nös). Neue Fragezeichen in den Fällen mit Serratia infizierten Frühchen in Berlin: Offenbar ist das Deutsche Herzzentrum schwerer betroffen als zunächst angenommen. Die Rede ist von einer sich "ausweitenden Krise".

Seit Ausbruchsbeginn hat es dort insgesamt fünf Infektionsfälle gegeben, teilte das Bezirksamt Mitte am Donnerstagabend mit. Zunächst war nur die Rede von einem Infektionsfall.

Auch der Säugling, der nach einer Herz-Op dort am 5. Oktober verstorben ist, war mit Serratia marcescens infiziert. Unklar ist jedoch weiterhin, ob das Kind an den Folgen einer Serratia-Sepsis oder einer anderen Ursache gestorben ist. Der Leichnam wurde bereits bestattet.

Schwerer betroffen ist allerdings die Charité: Am Virchow-Klinikum sind ein halbes Dutzend Kinder infiziert, mehr als ein Dutzend besiedelt. Auch das gestorbene Kind wurde vor der Herz-Op am Herzzentrum an der Charité behandelt.

Krisenstab unterstützt Ermittlungen

Derweil hat am Bezirksamt Berlin-Mitte der Krisenstab seine Arbeit aufgenommen, der das Gesundheitsamt bei den Ermittlungen nach der Infektionsquelle unterstützt.

Vermutet wird unter anderem, dass die Keime über einen Indexfall im Juli eingeschleppt wurden. Damals wurde am Virchow-Klinikum der Charité ein Säugling behandelt, der mit Serratia marcescens zumindest kolonisiert war.

Berichten von Freitag zufolge gehen die Gesundheitsbehörden nun jedoch davon aus, dass das am Herzzentrum gestorbene Kind die Keime nicht wie zunächst vermutet von der Charité eingeschleppt hat.

Obschon es am Virchow-Klinikum an Serratia erkrankt war, sei es nach einer Behandlung "keimfrei" überwiesen worden, hieß es. Dieser Befunde könnte allerdings auch auf einen falsch-negativen Abstrich zurückgehen. Details ließ das Gesundheitsamt am Freitag offen.

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