Kommentar zu Epidemien im Kongo

Hilfe mit makabren Konsequenzen

Anders als gegen Ebola gibt es im Kongo zu wenig Mittel gegen die Masern-Epidemie. Die WHO muss solchen Krisen besser vorbeugen.

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 08.01.2020, 17:55 Uhr

Die Demokratische Republik Kongo ist ein Beispiel dafür, wie die Arbeit medizinischer Hilfsdienste in Krisenregionen häufig an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigeht.

So wurden in dem Land bei dem aktuellen Ebola-Ausbruch 2230 Todesfälle registriert. Dem stehen 2019 aber 6000 Todesfälle an Masern gegenüber. Zudem sterben in dem Land jährlich im Schnitt etwa 48.000 Menschen an Malaria.

Bei den Ressourcen zur Eindämmung der Infektionen sieht es dagegen ganz anders aus: Während zur Bekämpfung von Ebola über 400 Millionen US-Dollar von ausländischen Organisationen eingeworben werden konnten, standen im gleichen Zeitraum nur acht Millionen Dollar gegen Masern zur Verfügung, wie im Oktober beim World Health Summit in Berlin berichtet wurde.

Die ungleiche Ressourcen-Verteilung hat makabre Konsequenzen: „Wir haben die Situation, dass ein Schwerkranker in ein Ebola-Zentrum kommt und fortgeschickt wird, weil er Malaria und nicht Ebola hat“, berichtete eine MSF-Mitarbeiterin bei der Tagung.

Organisationen wie die WHO müssen sich besser auf Gesundheitskrisen in der Welt vorbereiten. Dazu gehören stets verfügbare Hilfsmittel und Ressourcen gegen sich anbahnende Epidemien. Nur so lassen sich desaströse Ausbrüche wie aktuell die Masern im Kongo verhindern.

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