Vorhofflimmern

Home-Monitoring bietet keine Hilfe

Ein auf Home-Monitoring-Daten basierendes Antikoagulations-Management führte bei Patienten mit Vorhofflimmern zu keinen Verbesserungen.

Veröffentlicht:

NEW YORK. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Antikoagulation bei Vorhofflimmern ist das individuelle Risikoprofil entscheidend, nicht so sehr die Frage, wie oft Vorhofflimmern-Episoden vorliegen.

Die von Biotronik unterstützte IMPACT-Studie hat sich an dieses Dogma vor einigen Jahren herangewagt. Bei ICD / CRT-Trägern mit Vorhofflimmern wurde untersucht, ob eine Antikoagulation, die ständig aktuelle EKG-Informationen einbezieht, das Patienten-Outcome verbessert.

Die Ergebnisse der im Juni 2013 vorzeitig abgebrochenen Studie sind jetzt publiziert worden (Eur Heart J 2015, online 23. April).

Teilgenommen hatten 2718 Patienten, die alle Träger von kardialen Implantaten (ICD / CRT-D) waren und einen CHADS2-Risikoscore von mindestens 1 aufwiesen. Die für ein kontinuierliches Monitoring genutzten implantierten Device boten die Möglichkeit, auch asymptomatisches Vorhofflimmern zu erkennen.

In der Kontrollgruppe wurden die Patienten so behandelt wie immer: Die Entscheidung für oder gegen eine Antikoagulation wurde klinisch getroffen, und die Patienten stellten sich in den jeweils üblichen Abständen in der Sprechstunde vor.

In der Interventionsgruppe erhielten die Ärzte zusätzlich Informationen über aktuelle Episoden von Vorhofflimmern durch die HomeMonitoring-Funktion der kardialen Implantate. So konnte die Antikoagulation früher angesetzt werden, wenn Vorhofflimmern auftrat. Zudem gab es die Option, die Antikoagulation zu beenden, wenn der Sinusrhythmus zurückgekehrt war.

Bei den Einzelendpunkten gab es keine Signifikanz

Klinisch machte das keinen Unterschied. Zwar dauerte es in der Interventionsgruppe im Mittel nur drei Tage vom Beginn des Vorhofflimmerns bis zur Antikoagulation (Kontrollgruppe: 54 Tage).

Das hatte aber keinen Einfluss auf den primären Endpunkt (Schlaganfall, systemische Embolie, schwere Blutung), der in der Interventionsgruppe mit einer Häufigkeit von 2,4 pro 100 Patientenjahre eintrat (Kontrollgruppe: 2,3).

Auch bei den Einzelendpunkten gab es keine Signifikanz. Schlaganfälle und Embolien waren etwas seltener, schwere Blutungen dafür etwas häufiger. Die Gesamtsterblichkeit war identisch.

In der Diskussion ihrer Ergebnisse tendieren die Autoren zu der Einschätzung, dass sie beim Studiendesign von falschen Prämissen ausgegangen sein könnten.

Inzwischen hätten mehrere Studien gezeigt, dass es zwischen Häufigkeit und Länge der Vorhofflimmern-Episoden einerseits und thromboembolischen Ereignissen andererseits keinen direkten Zusammenhang gibt.

Das könnte erklären, warum ein zumindest teilweise auf akute Flimmerepisoden ausgerichtetes Antikoagulationsmanagement keinen Zusatznutzen brachte.

Die Autoren weisen auch darauf hin, dass drei embolische Ereignisse nach Absetzen der Antikoagulation bei Patienten auftraten, die vorher bereits Vorhofflimmerepisoden hatten.

Auch diese Beobachtung spreche für eine Langzeitantikoagulation und gegen ein "On-Off"-Modell des therapeutischen Managements. (gvg)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht

Lesetipps
Person mit weißer Pille in der rechten Hand und Glas Wasser in der linken Hand

© fizkes - stock.adobe.com

Acetylsalicylsäure in der Onkologie

ASS schützt Senioren langfristig wohl nicht vor Krebs

Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!