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Erektionsstörungen

Hormone sind nicht schuld

Unfruchtbare junge Männer leiden zwar oft an erektiler Dysfunktion und verminderter Libido. Das hat aber nichts mit dem Testosteron-Spiegel zu tun, zeigt jetzt eine kanadische Studie.

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Erektile Dysfunktion kann viele Ursachen haben - etwa Depressionen, Stress oder Schuldgefühle.

Erektile Dysfunktion kann viele Ursachen haben - etwa Depressionen, Stress oder Schuldgefühle.

© detailblick / fotolia.com

TORONTO. Das Testosterondefizienzsyndrom (TDS) und die erektile Dysfunktion (ED) haben bei infertilen Männern in der Regel keine hormonellen Ursachen.

Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie von Forschern um Dr. Raj Satkunasivam vom Mount Sinai Hospital und der University of Toronto (Fertil Steril 2014, online 31. März).

Sie haben Daten von 1750 unfruchtbaren jungen Männern (mittleres Alter 36 Jahre) retrospektiv analysiert. "Abnorme Konzentrationen von Serumtestosteron und anderen Hormonen sind bei infertilen Männern häufig, aber keine dieser Hormonveränderungen ist mit ED und TDS-Beschwerden korreliert", schreiben die Wissenschaftler.

31 Prozent der Patienten hatten eine ED, bei 45 Prozent ergaben sich im Fragebogen "Androgen Deficiency in the Aging Male"(ADAM) Hinweise auf mutmaßlich geringe Testosteronspiegel. Tatsächlich wiesen 29 Prozent der Studienteilnehmer eine niedrige Testosteronkonzentration im Serum auf (unter 288 ng/dl).

Doch in der multivariaten Regressionsanalyse war kein signifikanter Zusammenhang mit ED und TDS-Beschwerden festzustellen, und zwar weder für Gesamt-Testosteron noch für bioverfügbares Testosteron. Das galt selbst für schwere ED-Formen. Lediglich der Spiegel des luteinisierenden Hormons korrelierte schwach mit ED.

Häufig Depressionen die Ursache?

Dies könnte darauf hindeuten, dass die primäre Ätiologie von ED und TDS bei jüngeren infertilen Männern nicht auf einen Testosteronmangel zurückgehe, schreiben die Forscher.

Sie verweisen auf andere Ursachen, die womöglich mit einer verminderten Sexualfunktion und schwacher Libido einhergehen: Depressionen, Stress, Ängste und auch Schuldgefühle - lauter Symptome, mit denen sich infertile Männer häufig konfrontiert sehen.

Die Forscher halten es daher für denkbar, dass der hohe Anteil ADAM-positiver Männer in Wirklichkeit depressive Beschwerden widerspiegle.

In der Infertilitätstherapie spielten diese Faktoren, die gewiss nicht zu erhöhter Fruchtbarkeit beitrügen, indes eine untergeordnete Rolle. (rb)

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