Auf die Erfahrung kommt es an

Hüft- und Knietotalendoprothesen fallen seltener aus, wenn Klinik häufig implantiert

Implantiert eine Klinik eine große Zahl von Hüft- oder Knietotalendoprothesen, gibt es mit den Implantaten seltener Ausfälle. Das legt eine Studie des deutschen Endoprothesenregisters nahe.

Veröffentlicht: 18.09.2020, 15:47 Uhr
Hüftendoprothese: Erfahrung der implantierenden Klinik zahlt sich aus.

Hüftendoprothese: Erfahrung der implantierenden Klinik zahlt sich aus.

© NICOLAS LARENTO / stock.adobe.co

Berlin. Die institutionelle Erfahrung einer Klinik bei der Implantation von Hüft- und Knietotalendoprothesen hat einen deutlichen Einfluss auf die Ausfallwahrscheinlichkeit der Implantate. Das berichten Wissenschaftler des Endoprothesenregisters Deutschland.

Wie gut Patienten mit dem Implantat zurechtkommen, hängt signifikant von der Zahl der vorgenommenen Eingriffe in der Klinik ab. Auch ein Herstellerwechsel bei einer erfahrenen Klinik führt zu einem deutlichen Anstieg der Revisionsrate (Orthopäde 2020; online 3. September).

Für die Studie hatten die Forscher Daten von 165.000 Hüft- und 156.000 Knietotalendoprothesen ausgewertet, die zwischen 2012 und 2019 in 656 Krankenhäusern in Deutschland implantiert und nachverfolgt wurden.

Viele Implantationen - weniger Ausfälle

Im Ergebnis gab es weniger Ausfälle der Implantate mit einer höheren Zahl an Implantationen, die von der Klinik vorgenommen wurden: Bei den Hüftprothesen betrug die Ausfallrate innerhalb von drei Jahren postoperativ 3,9 Prozent bei Kliniken mit weniger als 250 Implantationen pro Jahr, 3,3 Prozent bei 251 bis 500 Implantationen und 2,9 Prozent bei mehr als 500 Implantationen pro Jahr.

Bei den Knieprothesen sah es ähnlich aus: Dort betrug die Ausfallrate 3,4 Prozent (bis 250 Implantationen), 3,3 Prozent (251-500) und 2,7 Prozent (mehr als 500 Eingriffe pro Jahr).

Stichwort Herstellerwechsel: Die Ausfallwahrscheinlichkeit bei Krankenhäusern, die den Hersteller von Hüfttotalendoprothesen gewechselt hatten, betrug nach drei Jahren 3,7 Prozent im Vergleich mit 3,2 Prozent bei Kliniken, die den Hersteller beibehalten hatten. Bei den Knietotalendoprothesen betrugen diese Werte 3,6 Prozent (Kliniken mit Herstellerwechsel) und 3,1 Prozent (Kliniken ohne Herstellerwechsel). (eb)

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