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US-Studie

Ibuprofen plus Paracetamol bei Schmerzen in den Gließmaßen so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Extremitätenschmerzen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. Dies könnte neue Erkenntnisse für das Opioidproblem in den USA bringen.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Komplexes Thema: Schmerz. Die Ibuprofen-Paracetamol-Kombination halbierte die Schmerzen in einer Studie nahezu.

Komplexes Thema: Schmerz. Die Ibuprofen-Paracetamol-Kombination halbierte die Schmerzen in einer Studie nahezu.

© DOC RABE Media / Fotolia

ALBANY / NEW YORK. Notfallmedizinern unter Führung von Andrew Chang, Albany Medical College haben 416 Patienten untersucht, die mit starken akuten Extremitätenschmerzen von der Schulter oder der Hüfte abwärts eine Notfallambulanz aufgesucht hatten (JAMA 2017; 318(17): 1661–1667). Die Schmerzstärke auf einer Skala von 0 bis 10 (stärkste Schmerzen) betrug im Mittel 8,7.

Untersucht wurde die Wirksamkeit von vier Analgetikakombis, denen die Patienten zu je 104 randomisiert zugeteilt wurden: 400 mg Ibuprofen plus 1000 mg Paracetamol; 5 mg Oxycodon plus 325 mg Paracetamol; 5 mg Hydrocodon plus 300 mg Paracetamol; 30 mg Codein plus 300 mg Paracetamol. Die Daten von 411 Patienten konnten ausgewertet werden.

Keine signifikanten Unterschiede

Mit der Ibuprofen-Paracetamol-Kombination war der Wert auf der Schmerzskala nach zwei Stunden im Schnitt um 4,3 Punkte gesunken. Oxycodon und Paracetamol bewirkten eine Reduktion um 4,4 Punkte.

Das Minus nach Hydrocodon und Paracetamol betrug 3,5 und nach Codein plus Paracetamol 3,9 Punkte. Die Differenzen waren weder statistisch signifikant noch klinisch bedeutsam.

"Ob Notfallpatienten mit akuten Schmerzen in den Gliedmaßen eine Analgetikakombination aus Ibuprofen und Paracetamol oder von Opioiden mit Paracetamol als Einzeldosis erhalten, schlägt sich nicht in wesentlichen Unterschieden in der Schmerzreduktion nach zwei Stunden nieder", resümieren die Autoren.

Angaben zu den Nebenwirkungen machten sie nicht. In weiteren Studien müssten zudem noch andere Dosierungen erforscht werden, so die Mediziner.

Im Kontext der Opioidepidemie

Die Studie steht im Kontext der amerikanischen Opioidepidemie, die auch hierzulande in die Schlagzeilen geraten ist. Laut Zahlen, die US-Gesundheitsexperten vorgelegt haben, sind in den USA seit 2000 rund eine halbe Million Menschen an einer Drogenüberdosis gestorben, hauptsächlich verursacht durch Opioide. Das entspricht etwa der Zahl der in beiden Weltkriegen insgesamt gefallenen US-Soldaten.

Allein 2015 wurden mehr als 52.000 Drogentote gezählt, in mehr als 33.000 Fällen waren Opioide beteiligt. Diese Zahl übertrifft jene der durch Suizid, Mord, Schusswaffengebrauch oder Verkehrsunfälle Getöteten jeweils deutlich. Für viele Patienten ist es die Notfallambulanz, wo sie ihr erstes Opioidrezept bekommen.

Untersuchungen zufolge erhalten über 40 Prozent der Opioid-naiven Schmerzpatienten, die eine Ambulanz in den USA aufsuchen, ein Opioidrezept, und sei es gegen Zahnweh. Mehr als 70 Prozent lösen das Rezept ein. Und obwohl ihre Grunderkrankung normalerweise nicht zu chronischen Schmerzen führt, nimmt ein Jahr später jeder sechste von ihnen noch immer Opioide ein.

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