Neuro-psychiatrische Krankheiten

Immer mehr Kinder in Grundschulen und Kitas sind verhaltensauffällig

Kleine Patienten haben zunehmend seelische Probleme: Kinder- und Jugendärzte stehen vor großen Herausforderungen.

Veröffentlicht: 30.03.2011, 15:56 Uhr

MÜNCHEN (sto). Nach einer aktuellen Auswertung von Vorsorgeuntersuchungen der Vertragsarbeitsgemeinschaft der Betriebskrankenkassen in Bayern zeigt jedes fünfte Kind im Kindergartenalter auffällige Verhaltensweisen.

Von insgesamt 4318 Kindern, die vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 untersucht wurden, waren 943 auffällig, teilte der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Bayern (BVKJ), der Augsburger Pädiater Dr. Martin lang, mit.

Grundlage waren Fragebögen, die zu den Vorsorgeuntersuchungen U8 (vier Jahre) und U9 (fünf Jahre) beim Kinder- und Jugendarzt von den Erzieherinnen in Kindertagesstätten vorgelegt werden.

Auf diesen Bögen werden unter anderem soziale Kompetenz, Feinmotorik, Bewegungsablauf und Körperkoordination sowie die Konzentrationsfähigkeit der Kinder bewertet.

"Diese Ergebnisse bestätigen unsere Beobachtungen in der Praxis. Wir sehen immer mehr Kinder mit Entwicklungsstörungen, Konzentrationsschwächen und seelischen Problemen", erklärte Lang. Diese "neuen" Krankheiten stellten auch an die Kinder- und Jugendärzte vor enorme Herausforderungen.

Verhaltensauffälligkeiten fänden sich jedoch nicht nur im Kindergarten. Auch bei den Vorsorgeuntersuchungen im Grundschulalter würden die neuen Krankheitsbilder häufig dokumentiert.

Deutlich mehr als 15 Prozent der Fragebögen, die im Rahmen der Vorsorgen U 10 (Sieben- bis Achtjährige) und U 11 (Neun- bis Zehnjährige) ausgewertet wurden, zeigten in Bezug auf den sozialen und emotionalen Zustand der Kinder Fehlentwicklungen, teilte Lang mit.

Um diese neuen Krankheiten frühzeitig erkennen und die Patienten behandeln zu können, hat der BVKJ in Bayern gemeinsam mit den Betriebskrankenkassen ein bundesweit bisher einmaliges Angebot entwickelt.

"Das sozialpädiatrische Modul, das wir im Rahmen des "BKK Starke-Kids-Vertrages" entwickelt haben, gibt uns die Möglichkeit, uns intensiv mit den emotionalen Problemen der Kinder zu beschäftigen und Lösungswege zu entwickeln", sagte Lang.

Mehr zum Thema

Bundestagsbeschluss

Tabakwerbeverbot wird schrittweise verschärft

Kommentar zum Thema Alkohol im Alter

Alkoholprävention bleibt wichtig

Metaanalyse

Die beste Therapie für depressive Minderjährige

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wie Ärzte die Urlauber in Schach halten wollen

Tourismus in Corona-Zeiten

Wie Ärzte die Urlauber in Schach halten wollen

Die Corona-Infektionsgefahr beim Singen

Aerosol-Entwicklung

Die Corona-Infektionsgefahr beim Singen

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

PDSG

Koalition bringt E-Patientenakte Richtung Versorgung

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden