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Immer mehr Tropen-Reisende bringen Dengue-Erreger mit

BERLIN (ug). Dengue-Fieber verbreitet sich in den Tropen immer mehr. Die Virusinfektion ist die zweithäufigste spezifische Ursache für Fieber nach einer Reise in diese Regionen. Bei Rückkehrern mit Fieber liegt Studien zufolge die Prävalenz von Dengue-Antikörpern zwischen 3 und 16 Prozent.

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178 Menschen sind im vergangenen Jahr mit Dengue-Fieber nach Deutschland gekommen, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI). Im Jahr 2005 wurden dem Institut 143 Erkrankte gemeldet, 2004 waren es 119. Meist infizieren sich deutsche Reisende in Südostasien, Indien, Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik. 80 bis 85 Prozent der Dengue-Infektionen verliefen asymptomatisch, so Dr. Ole Wichmann vom RKI in Berlin. Also infizierten sich viel mehr Touristen als aus diesen Zahlen ersichtlich ist, sagte Wichmann auf dem Forum Reisen und Gesundheit in Berlin.

Die klassischen Symptome bei Dengue-Fieber sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Da die Inkubationszeit nur zwei bis zehn Tage beträgt, erkranken viele der infizierten Touristen noch im Urlaub. "Die Muskelschmerzen sind manchmal so ausgeprägt, dass die Patienten sich kaum bewegen können. Man spricht auch vom Knochenbrecher-Fieber, weil die Kranken so starke Rückenschmerzen haben."

Diese Symptome seien allerdings unspezifisch, sie könnten auch bei Malaria vorkommen. Etwas spezifischer sind makulo-papulöse Exantheme, aber auch sie treten nicht bei allen Patienten auf. Schwere hämorrhagische Verläufe und Todesfälle sind bei Reisenden selten. Typisch sind Thrombozytopenie und Leukozytopenie.

Ein deutlicher Hinweis auf Dengue-Fieber sind Petechien. Doch diese Einblutungen sind nicht immer leicht zu sehen. Wichmann rät, sie mit dem Tourniquet-Test hervorzurufen: "Man pumpt eine Blutdruckmanschette auf einen Wert zwischen diastolischem und systolischem Blutdruck und wartet fünf Minuten. Dann sieht man die Petechien." Dieser Test war in einer Studie Wichmanns bei 44 Prozent von 219 Dengue-Patienten positiv.

Blutbild-Veränderungen treten erst nach dem fünften Fiebertag auf, wie Wichmann sagte. Vorher können die Werte noch im Normalbereich liegen. Darüber hinaus kommt es bei Patienten, die gegen FSME und Gelbfieber geimpft sind, bei den Labor-Tests zu Kreuzreaktionen. Denn die beiden Erkrankungen werden wie Dengue-Fieber durch Flaviviren verursacht. Als Behandlung empfiehlt Wichmann Ruhe und Paracetamol. Azetylsalizylsäure sei wegen der Thrombozytopenie nicht angezeigt.

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