Krebs

Immuntherapie gezielt einsetzen

Nur ein Teil der Patienten spricht auf eine Immuntherapie an. Wer genau, haben Basler Forscher untersucht.

Veröffentlicht:

BERN. Schweizer Forscher vom Universitätsspital Basel haben eine Methode entwickelt, um vorhersagen zu können, wann eine Immuntherapie von Krebs-Patienten Erfolg haben wird. Der Schlüssel dazu sei das Oberflächenprotein PD-1, teilt der Schweizerische Nationalfonds mit, der das Projekt der Wissenschaftler unterstützte.

PD-1 habe bislang als Achillesferse von menschlichen Abwehrzellen gegolten, denn Krebszellen hätten an dieses Protein andocken und sich so vor dem Angriff des Immunsystems schützen können. Durch die Immuntherapie werde die Andockstelle blockiert, damit die Abwehrzelle den Krebs wieder sehen könne (Nature Medicine 2018, online 11. Juni).

Die Forscher stellten fest, dass ausgerechnet die Abwehrzellen mit besonders viel PD-1 den Tumor am besten aufspürten. Zudem bildeten diese PD-1-reichen Zellen einen Botenstoff, der weitere Abwehrzellen anlocke, die beim Kampf gegen den Krebs helfen würden. Das sei deshalb von Belang, da gegenwärtig noch immer nur eine Minderheit der Patienten auf eine Immuntherapie anspreche.

"Wenn wir von vornherein sagen könnten, bei wem die Therapie wirken wird, könnten wir die Erfolgsquote steigern. Dadurch reduzieren wir die Nebenwirkungen und sparen auch Kosten", wird Studienleiter Alfred Zippelius, stellvertretender Chefarzt Onkologie am Universitätsspital Basel, in der Mitteilung zitiert. Mit der neuen Forschungsresultate könnten die Forschenden nun eine einfache Methode entwickeln, die Ärzte künftig hilft zu entscheiden, bei welchen Patienten eine einfache Immuntherapie genügt und welche eine intensivere Therapie benötigen – etwa eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung. Dafür müssen die Patienten mit Abwehrzellen, die viel oder wenig PD-1 enthalten, voneinander unterschieden werden. (mmr)

Mehr zum Thema

Indikation erweitert

Olaparib bei Brustkrebs breiter anwendbar

Berlin und Brandenburg

Ärzte begrüßen Entscheidung zum Krebsregister

Schlagworte
Das könnte Sie auch interessieren
Probeentnahme für einen Corona-Test: In den USA sind im ersten Jahr der Coronaimpfung knapp 14 Prozent der komplett geimpften Krebskranken an COVID erkrankt, aber nur 5 Prozent der geimpften Patienten ohne Krebs. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Pekic / Getty Images / iStock

Viele Durchbruchsinfektionen

COVID-19 bleibt auch für geimpfte Krebspatienten gefährlich

Notfall Thrombose – initial niedermolekulares Heparin

© LEO Pharma GmbH

DGA 2021

Notfall Thrombose – initial niedermolekulares Heparin

Anzeige | LEO Pharma GmbH
Schwangerschaftsassoziierte Thrombose: Warum NMH?

© LEO Pharma GmbH

DGA 2021

Schwangerschaftsassoziierte Thrombose: Warum NMH?

Anzeige | LEO Pharma GmbH
VTE-Inzidenz bei Krebs in den letzten 20 Jahren verdreifacht

© LEO Pharma GmbH

Publikation

VTE-Inzidenz bei Krebs in den letzten 20 Jahren verdreifacht

Anzeige | LEO Pharma GmbH
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Wer profitiert eigentlich vom Doppel-Booster, Martin Scherer?

© Springer Medizin

„EvidenzUpdate“-Podcast

Wer profitiert eigentlich vom Doppel-Booster, Martin Scherer?

Rauchen ist aktuellen Daten zufolge weltweit der stärkste Risikofaktor für krebsbedingten Tod oder gesundheitliche Beeinträchtigung. Besonders häufig betroffen sind unter anderem Menschen in Mittel- und Westeuropa.

© Sondem / stock.adobe.com

Analyse der GBD-Studie

Rauchen ist stärkster Risikofaktor für Krebstod