Impfen

Impfstoff schützt alte Menschen vor Gürtelrose

LISSABON (fvw). Etwa 400 000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Herpes zoster. Zwei Drittel von ihnen sind älter als 50 Jahre. Durch eine Impfung könnte die Krankheit verhindert werden. Eine Vakzine soll 2007 in Deutschland auf den Markt kommen.

Veröffentlicht: 04.07.2006, 08:00 Uhr

Der Impfstoff Zostavax® vom Unternehmen Sanofi Pasteur MSD ist in Europa bereits zugelassen (wir berichteten). Die Vakzine muß jedoch tiefgefroren gelagert werden.

"Für den europäischen Markt werden wir im kommenden Quartal eine Kühlschrank-stabile Variante zur Zulassung einreichen und hoffen auf eine Entscheidung zu Beginn des Jahres 2007", hat Dr. Yves Mégard von dem Unternehmen berichtet. Ob der Impfstoff mit den für Menschen ab 60 Jahre empfohlenen Grippe- und Pneumokokken-Impfungen kompatibel ist, werde gerade untersucht.

Bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Lissabon stellte Mégard die Ergebnisse einer US-Studie für den Zoster-Impfstoff vor. Daran haben über 38 000 Probanden über 60 Jahre mit Windpocken in der Anamnese teilgenommen (NEJM 2005, 352, 2271).

Die Teilnehmer waren je zur Hälfte mit dem Lebendimpfstoff oder mit Placebo geimpft worden. In der im Mittel dreijährigen Untersuchungszeit waren in der Verumgruppe 315 und in der Placebogruppe 642 Menschen an einem Herpes zoster erkrankt. Damit war die Inzidenz der Geimpften 51 Prozent geringer. "Fast wichtiger ist jedoch, daß die Zahl der Post-Zoster-Neuralgien in der Impfgruppe um zwei Drittel verringert war", sagte Mégard.

Eine postherpetische Neuralgie trat mit Placebo bei 80 Patienten auf, aber nur bei 27 geimpften Patienten. Auch die Verläufe der Zoster-Erkrankungen waren mit Verum milder und komplikationsärmer als bei Placebo. Vor allem die Alten profitierten hiervon. Die Impfung wurde gut vertragen, unerwünschte Wirkungen waren zumeist auf reversible lokale Reaktionen und Kopfschmerzen beschränkt.

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