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Prävention

Impfwoche – immer noch große Lücken

Mit der Europäischen Impfwoche soll das Bewusstsein für die wichtigste präventive Maßnahme der Medizin geschärft werden.

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Impfwoche will Bewusstsein schärfen.

Impfwoche will Bewusstsein schärfen.

© RAM / Fotolia

BERLIN. "Impfungen wirken" – unter diesem Motto startet am 24. April die Europäische Impfwoche. Die europäischen Mitgliedsstaaten sind dazu aufgerufen, die Impfwoche zu nutzen, um auf die Bedeutung von Impfungen in jeder Lebensphase hinzuweisen. Denn immer noch gibt es Impflücken in allen Altersstufen und Regionen.

So erfolgt die Masernimpfung in Deutschland häufig zu spät, erinnern das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Robert Koch-Institut (RKI) in einer gemeinsamen Mitteilung zur Aktionswoche. Nur 73,7 Prozent des Geburtsjahrgangs 2013 waren am Ende ihres zweiten Lebensjahres gemäß STIKO-Empfehlung zweimal gegen Masern geimpft. "Damit ist jedes Jahr bei rund 180.000 Zweijährigen in Deutschland ein ausreichender Schutz gegen Masern ungewiss, oder sie sind gar nicht geimpft, das ist ein unhaltbarer Zustand", wird RKI-Präsident Lothar H. Wieler, zitiert. Eine neue interaktive Karte VacMap des RKI zeigt jahrgangs- und altersspezifisch die Masern-Impfquoten für alle Land- und Stadtkreise und macht so lokale Unterschiede und Lücken im ganzen Bundesgebiet deutlich.

Gestiegen seien die Impfquoten bei Windpocken, Meningokokken und Pneumokokken, hier setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort, heißt es weiter. Leicht gesunken seien sie für Tetanus, Diphtherie, Hämophilus influenzae, Polio und Hepatitis B. Die Impfquoten für Masern, Mumps und Röteln sind unverändert. Im Bundesschnitt hatten im Jahr 2015 nur 92,8 Prozent der Schulanfänger die maßgebliche zweite Masern-Impfung erhalten, genauso viele wie 2014. Die für die Elimination der Masern erforderliche Impfquote von 95 Prozent für zwei Impfungen, die als Indikator für eine ausreichende Bevölkerungsimmunität dient, wird unter Schulanfängern bislang nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erreicht.

Die großen Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen tragen entscheidend dazu bei, dass eingetragene Masernviren immer wieder zu vielen Krankheitsfällen führen können. Im laufenden Jahr wurden mit 410 Fällen (bis einschließlich 13. KW) bereits mehr Masern-Erkrankungen als im Jahr 2016 (325 Fälle) registriert. Die STIKO empfiehlt die Masern-Impfung allen nach 1970 geborenen Erwachsenen, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden, oder bei denen der Masern-Impfstatus unklar ist. (eb)

Info-Material

» Informationen des WHO- Regionalbüros Europa zur Impfwoche: www.euro.- who.int/de/media-centre > Veranstaltungen

» Interaktive Karte zur Masern-Impfung VacMap: www.vacmap.de

» Merkblatt "So gelingt's: Stress- und schmerzarmes Impfen": www.impfen-info.de/wissenswertes/stress-und-schmerzarmes-impfen

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