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Zecken

In Bayern die meisten FSME-Fallmeldungen

Bis September dieses Jahres wurden 182 FSME-Fälle deutschlandweit beim RKI gemeldet.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Zahl der vom Robert Koch-Institut (RKI) offiziell ausgewiesenen deutschen Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist 2015 um drei auf insgesamt 145 gestiegen. Neu hinzugekommen sind der Stadtkreis Hof und der Landkreis Ostallgäu in Bayern sowie der Landkreis Greiz in Thüringen.

Die sonstigen Risikogebiete liegen hauptsächlich in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, und seit 2014 auch in Sachsen.

Die Dreivierteljahres-Bilanz bei FSME-Erkrankungen zeigt: Zwischen Januar und September 2015 wurden deutschlandweit 182 FSME-Fälle beim RKI registriert, heißt es in einer Mittelung des Unternehmens Pfizer.

Bei der regionalen Verteilung lag Ende September das Bundesland Bayern mit 100 FSME-Fallmeldungen vorne, gefolgt von Baden-Württemberg (54) und Hessen (12).

Sachsen und Nordrhein-Westfalen haben je sechs Fälle, Rheinland-Pfalz zwei sowie Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen je einen. 2014 waren Ende September bereits 228 FSME-Fälle gemeldet.

 FSME wird vermutlich nicht immer entdeckt

"Der relative Rückgang auf 182 im Vergleichszeitraum 2015 ist aber kein Grund zur Entwarnung beim generellen FSME-Risiko", wird Dr. Dietmar Beier, Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission SIKO, zitiert.

"Die Fallzahlen schwanken jährlich, abhängig unter anderem von den klimatischen Bedingungen und dem Freizeitverhalten der Menschen.

Ist es - wie in diesem Sommer - zu heiß und zu trocken oder ist es für die Tiere zu nass, sind Zecken weniger aktiv. Bei schlechtem Wetter wiederum sind die Menschen weniger in der Natur unterwegs, Mensch und Parasit begegnen sich seltener", so der Zeckenexperte.

Hinzu kommt: FSME wird vermutlich nicht immer entdeckt. "Wir müssen von einer gewissen Dunkelziffer nicht-gemeldeter FSME-Fälle ausgehen - schätzungsweise 70 bis 95 Prozent der FSME-Infektionen verlaufen mit untypischen Symptomen oder ohne die zweite Krankheitsphase.

Viele dieser Infektionen tauchen deshalb vermutlich nicht als FSME-Fall im Melderegister auf", erklärt Beier.

Vorsicht beim Weihnachtsbaum-Selbst-Schlagen

Und das Meldejahr ist noch nicht zu Ende: In den Jahren 2010 bis 2014 wurde in Deutschland rund jeder vierte FSME-Fall zwischen September und November gemeldet, so das Unternehmen. Die Parasiten können entgegen weitverbreiteter Annahmen auch in Herbst- und Wintermonaten aktiv sein.

Ihre Aktivität bleibt gleich hoch, wenn an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen die Temperaturen über sieben Grad liegen. Wer sich bei solchen äußeren Bedingungen in den Herbst- und Wintermonaten draußen aufhält - sei es beim Pilze sammeln, Wandern, bei Gartenarbeiten oder auch beim Weihnachtsbaum-Selbst-Schlagen - trage das gleiche FSME-Risiko wie in Frühling und Sommer.

Beier prognostiziert eine weitere Zunahme der FSME-Risikogebiete in Deutschland. "Wirft man einen Blick auf die drei neuen deutschen Risikogebiete, fällt auf, dass diese unmittelbar an bereits bestehende FSME-Risikogebiete angrenzen.

Nach den Erfahrungen bei der geographischen Ausweitung der Risikogebiete in der Vergangenheit, kann ich mir gut vorstellen, dass zukünftig in der Nachbarschaft der derzeitigen Risikogebiete weitere entstehen können." (eb)

Weitere Informationen im Internet unter www.zecken.de

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