Blutkrebs
Individuelle Therapien mit Blutatlas
Um die Entstehung von Blutkrankheiten besser nachzuvollziehen, haben Forscher aus Hannover einen umfassenden Atlas von RNAs erstellt.
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Die Ausreifung von Blutzellen hängt auch von RNAs ab.
© Natalia Lukiyanova / Photos.com
HANNOVER. Einen umfassenden Atlas von Ribonukleinsäuren (RNA) haben Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover erstellt. Mit diesem sei die Entstehung von Blutzellen und Blutkrankheiten besser nachvollziehbar, teilt die Hochschule mit.
"Mit unserem Atlas ist es auch möglich, die Verläufe von Krankheiten bei Patienten mit Blutkrebs besser vorherzusagen und so individueller zu therapieren", sagt Privatdozent Dr. Jan-Henning Klusmann von der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.
Zu den Blutzellen zählen Blutplättchen sowie rote und weiße Blutkörperchen. Ihre Ausreifung im Knochenmark benötigt ein komplexes und bisher wenig verstandenes Zusammenspiel von nicht-kodierenden RNAs und anderen Molekülen in der Zelle. Die Forscher konnten mit ihren Analysen viele dieser nicht-kodierenden RNAs Funktionen zuordnen (Nat Commun 2017,8:218, doi:10.1038/ s41467-017-00212-4 ).
Beispielsweise fanden sie nicht-kodierende RNAs, die für die Ausreifung der Granulozyten wichtig sind. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und somit zum Immunsystem. "Unser Ziel ist es, mit Hilfe des Atlas die Ursache von Blutkrebs bei einzelnen Patienten festzustellen und daraus Empfehlungen für die Therapie abzuleiten", so Klusmann.
Der Atlas ist im Internet einzusehen unter www.leukemia-research.de (Stichwort: "IncScape"). (mmr)