Direkt zum Inhaltsbereich

Auszeichnung

Influenza-Forscherin erhält Reutner-Preis

Mit neuster Mikroskopietechnik ist die Virologin Dr. Susann Kummer den Tricks des Influenza A-Virus auf der Spur.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG. Was spielt sich bei einer Infektion mit dem Influenza A-Virus in den befallenen Lungenzellen auf molekularer Ebene ab? Diese Fragestellung erforscht die Virologin Dr. Susann Kummer, Zentrum für Infektiologie am Uniklinikum Heidelberg, mit moderner, hochauflösender Mikroskopietechnik. Für ihre wissenschaftliche Arbeit ist sie mit dem Anita- und Friedrich-Reutner-Preis für Medizinische Forschung der Medizinischen Fakultät Heidelberg ausgezeichnet worden.

Bei Influenza-Viren verändern sich ja besonders die Oberflächenproteine der Virushülle stetig. Deshalb muss auch der Impfstoff jedes Jahr neu angepasst werden. Außerdem verlieren antivirale Medikamente ihre Wirksamkeit. So weisen viele Influenzaviren gegen Amantadin, ein früher häufig verwendetes Medikament, Resistenzen auf.

Forschung mit STED Nanoskopie

"Die Suche nach spezifischen Angriffspunkten für neuartige antivirale Strategien ist für eine effektive Behandlung notwendig", wird Dr. Susann Kummer in einer Mitteilung des Uniklinikums Heidelberg zur Preisverleihung zitiert. "Insbesondere für die Entwicklung von längerfristig wirksamen Medikamenten benötigen wir dringend detailliertes Wissen über den gesamten Ablauf der Virusvermehrung in unseren Zellen."

Dr. Susann Kummer beobachtet das "Verhalten" der Virusproteine direkt in humanen Lungenzellen mit der hochauflösenden Mikroskopie im Nanometerbereich. Die von ihr verwendete Technik wird als STED Nanoskopie (engl. stimulated emission depletion) bezeichnet: Dazu werden analog zur konventionellen Fluoreszenzmikroskopie die beiden potenziellen Interaktionspartner – also das das zu untersuchende Virus-Protein und das Zellprotein – mit Fluoreszenzfarbstoffen markiert. Mit der hochauflösenden STED-Mikroskopie können nun beide Faktoren und ihre Interaktion im Verlauf der Virusvermehrung auf molekularer Ebene untersucht werden.

"Neuland" in Bereich der Influenza-Forschung

Mit älteren Methoden der Fluoreszenz-Mikroskopie lassen sich aufgrund der geringeren Auflösung diese winzigen Strukturen nicht darstellen. "Was sich in der lebenden Zelle nach der Infektion abspielt, lässt sich nun dank der hochauflösenden Mikroskopie detailliert untersuchen. Im Bereich der Influenza-Forschung betreten wir damit Neuland", so die Preisträgerin.

Mit dem jährlich vergebenen und mit 7000 Euro dotierten Preis unterstützt Stifter Professor Friedrich Reutner, Ehrensenator der Universität Heidelberg, Nachwuchswissenschaftlerinnen der Medizinischen Fakultät in ihren Forschungsvorhaben. Insbesondere werden solche Leistungen ausgezeichnet, die klinisch relevante Forschungsfragen aufgreifen, teilt das Uniklinikum Heidelberg mit. (eb)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tests für die Diagnostik

Akuter Kreuzschmerz: Tipps für ein pragmatisches Vorgehen in der Praxis

Lesetipps
Ins Fitnessstudie statt zum Geburtstag der Oma: Wer eine starke Verpflichtung spürt, Sport zu treiben, könnte eine Muskeldysmorphie haben.

© ME Image / Stock.adobe.com

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können

Ein Hund streckt seine Zunge raus

© gismo2015 / Stock.adobe.com

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt