Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

Internisten begrüßen GBA-Beschluss zum Hepatitis-Screening

Viele Menschen in Deutschland sind – ohne es zu wissen – chronisch mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren infiziert. Mit einem Screening können Betroffene früh erkannt und behandelt werden.

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Screening auf Virushepatitis: Künftig ein Angebot der GKV.

Screening auf Virushepatitis: Künftig ein Angebot der GKV.

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Wiesbaden. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) begrüßt den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), ein Screening auf Hepatitis-B- und -C-Infektion in den Gesundheits-Check-up aufzunehmen. Die Screening-Untersuchung werde gesetzlich Versicherten voraussichtlich ab dem kommenden Jahr zur Verfügung stehen, berichtet die DGIM in einer Mitteilung.

Die DGIM schätzt, dass es 400.000 chronisch mit HBV oder HCV infizierte Menschen in Deutschland gibt. Jeder zweite Betroffene wisse nichts von seiner Infektion. Mögliche Langzeitfolgen sind Leberzirrhose und Leberkrebs, denen sich vorbeugen lässt. Sowohl gegen Hepatitis B als auch gegen Hepatitis C gibt es wirksame Medikamente, mit denen sich die Viruslast im Blut deutlich senken lässt. Hepatitis-C-Viren lassen sich damit sogar vollständig eliminieren.

Voraussetzung hierfür ist die Früherkennung. „Mit jeweils 5000 bis 6000 HBV- und HCV-Fällen, die jährlich neu diagnostiziert werden, sind wir von einer ausreichenden Reduktion der Dunkelziffer jedoch weit entfernt“, wird Professor Christoph Sarrazin vom Zentrum Innere Medizin am St. Josefs-Hospital Wiesbaden in der Mitteilung zitiert. Das HBV- und HCV-Screening in die Allgemeine Gesundheitsuntersuchung (ehemals: Check-up 35) aufzunehmen, sei daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Bis das Screening tatsächlich starten kann, müssen Ärzte und Krankenkassen sich im Bewertungsausschuss noch auf die Höhe der ärztlichen Vergütung einigen. Damit wird Mitte 2021 gerechnet. (eb)

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