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Internisten fordern Softdrink-Steuer

Was tun im Kampf gegen das Dickwerden? Die Internisten haben konkrete Vorstellungen: Steuern auf Softdrinks erheben - und eine andere Städteplanung.

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Trink Coca-Cola - oder auch nicht.

Trink Coca-Cola - oder auch nicht.

© Steinach / imago

WIESBADEN (gvg). Wer Übergewicht bekämpfen will, muss breit ansetzen: Steuern auf Softdrinks, Lebensmittelregulierung und bessere Stadtplanung bringen mehr als Jojo-Diäten.

"Das Adipositasproblem werden wir nicht mit individuellen Therapien in den Griff bekommen. Wir brauchen Public Health Maßnahmen ähnlich denen, die beim Rauchen gegriffen haben", sagte Professor Mathias Faßhauer vom Universitätsklinikum Leipzig beim Internistenkongress in Wiesbaden.

Konkret schlug der Experte vor, Softdrinks mit einem Cent je 30 Milliliter zu besteuern, Standards für die Lebensmittelversorgung in Kindergärten und Schulen einzuführen und den Verkauf von Softdrinks und Süßigkeiten in Schulen zu verbieten.

Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel

Außerdem plädierte er für bewegungsfreundlichere Städte mit vielen Fahrradwegen und teuren Parkplätzen und für eine strengere Regulierung der Lebensmittelwerbung.

"Nahrungsmittel dürfen nicht als gesunde Kinderernährung beworben werden, wenn sie nur Fett und Kohlenhydrate enthalten."

Faßhauer wandte sich dagegen, Übergewicht per se als Krankheit zu betrachten. Stattdessen sollte sich der Arzt an Begleiterkrankungen und Lebensqualität orientieren.

Ein BMI zwischen 25 und 30 verkürze nicht das Leben. Und auch ein BMI von 30 bis 35 habe allenfalls geringen Einfluss auf die Lebenserwartung.

Wichtiger als abnehmen sei bei vielen Übergewichtigen, das Gewicht zu halten und durch mehr Bewegung die Lebensqualität zu steigern. Richtig ungesund sei "Weight-Cycling", so der Experte.

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Kommentare
Steffen Jurisch 18.04.201208:27 Uhr

Begrüßenswert

So verlockend der Gedanke auf den ersten Blick erscheinen mag, auf den zweiten ist er es schon nicht mehr. Steuern helfen immer nur den Staatsdienern um sie zu verschwenden oder selbst im Saus und Braus zu leben.
Wichtig erscheint mir der Gedanke der Aufklärung, ja auch mittels Fernsehen, Funk und Presse. Wie wäre es denn, wenn die Börsennachrichten ersetzt werden durch einen Aufklärungsbeitrag zu Folgen von Übergewicht?
Es gibt schließlich mehr Übergewichtige Menschen als Anleger - Weltweit.
Oder man ersetzt solche Sendungen wie DSDS, Das Supertalent und so weiter mit Sendungen die Aufklären? Nein, nicht doch, da gehen die Einschaltquoten doch runter - gut so, denn dann bewegen sich die Dicken wenigsten noch ein wenig. Und wenn sie sich darüber aufregen, dass ihre Lieblingssendung nicht wie gewohnt über den Bildschirm flimmert, verbrennen sie gleich noch ein paar Kalorien.
Aber leider wird dies Utopie bleiben, weil die Industrie ja an den Dicken doppelt verdient. Erst kaufen sie den billig Schund an Nahrungs- und Genussmitteln und dann kann man sie noch behandeln und mit Medikamenten Geld verdienen. Eigentlich sind sie somit die wertvollsten Menschen für unseren Wirtschaftswachstum - oder irre ich mich da?

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