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Covid-19-Ausbruch

Italiener realistisch: „Es ist klar, dass wir mehr Fälle haben werden.“

Der erste große Covid-19-Ausbruch in Europa wird in seiner Dynamik schwer zu bremsen sein. Binnen weniger Tage ist die Zahl in Italien erfasster Infektionen auf weit über 100 geschnellt.

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Unterwegs mit Atemschutzmaske. Die Menschen in Italien wollen sich vor Covid-19 schützen.

Unterwegs mit Atemschutzmaske. Die Menschen in Italien wollen sich vor Covid-19 schützen.

© Manuel Romano/NurPhoto

Rom. Ungeachtet drastischer Maßnahmen zur Eindämmung steigt die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Italien unvermindert weiter.

Bis zum Sonntagnachmittag waren bereits mehr als 130 Sars-CoV-2-Fälle erfasst. Allein in der Lombardei sind inzwischen rund 90 Infektionen nachgewiesen, wie der Präsident der Region, Attilio Fontana, dem Sender SkyTG24 sagte. In Venetien gab es nach letzten Zahlen 24 Infizierte. Darunter seien zwei ältere Personen, die in Venedig im Krankenhaus seien, sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia. Hinzu kamen mehr als ein Dutzend Nachweise in den Regionen Emilia-Romagna und Piemont.

„Es ist klar, dass wir mehr Fälle haben werden.“

Zahlreiche Veranstaltungen wurden vorsorglich abgesagt, der Karneval in Venedig sollte vorzeitig beendet werden. Die Feste und Umzüge in der Lagunenstadt hätten eigentlich noch bis Dienstag dauern sollen. Um die weitere Ausbreitung im wirtschaftlich wichtigen Norden des Landes zu unterbinden, werden die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt.

Das Ausmaß des Ausbruchs in Italien erschreckt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf. Italiens Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri sagte dem Sender SkyTG24, er gehe von weiter steigenden Fallzahlen aus. „Es ist klar, dass wir mehr Fälle haben werden.“ Bis zum Sonntag waren zwei Tote als Covid-19-Opfer erfasst: ein 78-Jähriger in Vo (Venetien) und eine 77-Jährige in der Lombardei.

Situation im Iran noch unklar

Auch auf der koreanischen Halbinsel spitzte sich die Lage zu: Die Regierung Südkoreas rief wegen des rasanten Anstiegs der Fallzahlen im Land die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten aus. In einigen Tagen werde ein „kritischer Moment“ im Kampf gegen Covid-19 erreicht sein, sagte Präsident Moon Jae In am Sonntag. Die Zentralregierung wie auch die Lokalregierungen sollten nicht zögern, beispiellose Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Zahl nachgewiesener Infektionen im Land lag am Sonntag bei gut 600, mindestens fünf Menschen starben.

Noch weitgehend unklar ist die Situation im Iran. Bis Sonntag waren dort 40 Infektionen erfasst. Acht Menschen starben bisher an Covid-19, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die tatsächlichen Fallzahlen könnten aber weitaus höher liegen, wird befürchtet. Nach Angaben des Ministeriums wurden in mehreren Städten die Schulen und Universitäten vorläufig geschlossen. Auch Kinos bleiben bis auf weiteres zu, Theater- und Konzertveranstaltungen wurden abgesagt. (dpa)

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