Direkt zum Inhaltsbereich

Ivabradin bremst ungünstigen Herzumbau bei Pumpschwäche

Durch exklusive Senkung der Herzfrequenz mit dem If-Kanalblocker Ivabradin gelingt es anscheinend, die für die Progression der Herzinsuffizienz relevanten kardialen Strukturveränderungen (Remodeling) günstig zu beeinflussen.

Veröffentlicht:
Die Röntgenthorax-Aufnahme zeigt Kardiomegalie bei Herzinsuffizienz mit rückläufigem Pleuraerguss unter diuretischer Therapie.

Die Röntgenthorax-Aufnahme zeigt Kardiomegalie bei Herzinsuffizienz mit rückläufigem Pleuraerguss unter diuretischer Therapie.

© Prof. Dr. med. H. S. Füeßl

PARIS (ob). Mit dem Begriff "kardiales Remodeling" werden heute die fundamentalen Veränderungen von Form, Größe und Funktion des Herzens bezeichnet, die Grundlage der progredienten mykardialen Dysfunktion bei chronischer Herzinsuffizienz sind.

In einer echokardiografischen Substudie der SHIFT-Studie hat eine Gruppe internationaler Kardiologen jetzt genauer untersucht, welchen Einfluss eine Behandlung mit dem If-Kanalblocker Ivabradin (Procoralan®) auf den kardialen Remodeling-Prozess bei Herzinsuffizienz hat.

Die Ergebnisse hat Dr. Jean-Claude Tardif aus Montreal jetzt beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Paris vorgestellt.

Zahl der Klinikeinweisungen signifikant verringert

Zur Erinnerung: In der Studie SHIFT sind mehr als 6500 Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und einer Ruheherzfrequenz von mindestens 70 Schlägen pro Minute entweder mit Ivabradin oder Placebo zusätzlich zur Standardtherapie (einschließlich Betablocker) behandelt worden.

Im Verlauf von knapp 23 Monaten reduzierte Ivabradin die Rate primärer Endpunktereignisse (kardiovaskulärer Tod und Klinikeinweisung wegen Herzinsuffizienz) signifikant um 18 Prozent, primär bedingt durch eine Reduktion von Klinikeinweisungen um 26 Prozent.

In der aktuellen Substudie haben die Forscher bei 411 Studienteilnehmern Struktur und Funktion des Herzens zu Beginn und nach acht Monaten echokardiografisch untersucht und analysiert. Primärer Endpunkt war die innerhalb dieser Zeitperiode festgestellte Veränderung im linksventrikulären endsystolischen Volumenindex (LVESVI).

Daten belegen günstigen Anti-Remodeling-Effekt

Wie Tardif berichtete, war in der Ivabradin-Gruppe eine signifikante LVESVI-Abnahme um 7 ml/m2 (von 65,2 auf 58,2 ml/m2 ) zu verzeichnen, im Vergleich zu einer nur marginalen Abnahme in der Placebo-Gruppe.

Die LVESVI-Reduktion durch Ivabradin war unabhängig von einer gleichzeitigen Betablocker-Einnahme. Auch die linksventrikuläre Auswurffraktion wurde signifikant verbessert.

Dass diese günstige Wirkung auf die Ventrikelarchitektur von prognostischer Bedeutung sein könnte, legt ein weiteres Ergebnis der Substudie nahe.

Danach hatten Patienten, deren LVESVI initial über dem Median (59 ml/m2) lag, ein um 62 Prozent höheres Risiko für klinische Ereignisse als Patienten mit niedrigeren LVESVI -Werten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Galenus-Kandidat 2026

RNA-Interferenz bei kardialer ATTR-Amyloidose

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?