Welt-Ernährungsreport

Jeder dritte Mensch ernährt sich falsch

Die Welt teilt sich zunehmend in zwei Extreme auf: Übergewichtige und Unterernährte. Dadurch entstehen jährliche Kosten, die größer sind als die der Finanzkrise.

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Während ein Teil der Weltbevölkerung hungert, ist ein Großteil übergewichtig.

Während ein Teil der Weltbevölkerung hungert, ist ein Großteil übergewichtig.

© Marco Mayer / fotolia.com

PEKING. Immer mehr Länder weltweit kämpfen mit Übergewicht und Mangelernährung zugleich. "Wir leben in einer Welt, in der es die neue Normalität ist, fehlerhaft ernährt zu sein", sagte Lawrence Haddad vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) zur Vorlage des "Global Nutrition Report 2016". "Einer von drei Menschen leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung."

Es gebe kaum Fortschritte im Kampf gegen falsche oder unzureichende Ernährung und es müsse mehr in Vorbeugung investiert werden, sagte Haddad, Co-Vorsitzender der unabhängigen Experten, die den Bericht herausgeben.

Fast zwei Milliarden Menschen fettleibig

44 Prozent der Länder mit verfügbaren Daten zeigen demnach ein "sehr ernstes Maß" sowohl an Unterernährung als auch an Übergewicht und Fettsucht unter Erwachsenen - das sind 57 von 129 untersuchten Ländern.

Fast zwei Milliarden Menschen sind demnach fettleibig. Einer von zwölf leidet unter Diabetes. Fehlernährung sei verantwortlich für fast die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren, heißt es weiter.

Enorme Kosten der Fehlernährung

Die wirtschaftlichen Kosten seien enorm. Elf Prozent der Wirtschaftsleistung gingen dadurch in Asien und Afrika verloren.

Allein durch Über- oder Unterernährung gehe jedes Jahr weltweit mehr Wirtschaftsleistung verloren als durch die globale Finanzkrise zwischen 2008 und 2010, hieß es weiter. Wenn ein Familienmitglied in den USA fettleibig sei, erhöhten sich die Gesundheitsausgaben um acht Prozent des jährlichen Einkommens. In China verliere ein Mensch mit Diabetes gut 16 Prozent seines Gehalts. (dpa)

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