Jeder zehnte Patient der Herzchirurgie ist über 80

HAMBURG (di). Die Patienten in der Herzchirurgie werden immer älter. Jeder zehnte Patient ist heute mindestens 80 Jahre alt - die Ergebnisse der Eingriffe sind dennoch stabil.

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"Wir haben eine flächendeckende Versorgung auf hohem qualitativen und quantitativen Niveau", sagte der amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), Professor Arno Krian, auf der Jahrestagung in Hamburg. Krian begrüßte es ausdrücklich, dass alten Patienten die Möglichkeiten der modernen Herzchirurgie in Deutschland offen stehen. "Jede Art von Rationierung wäre unethisch", betonte Krian.

Dennoch sehen die Herzchirurgen Bedarf für eine Debatte über die Prioritäten im deutschen Gesundheitswesen. Die Rahmenbedingungen verlangten eine sachliche Diskussion zu diesem Thema, politische Parolen unter dem Schlagwort "alles für jeden" halten die Herzchirurgen nicht für Ziel führend. Krians Nachfolger Professor Axel Haverich bot den Politikern in dieser Diskussion Unterstützung durch seine Fachgruppe an.

Nach der Leistungsstatistik der DGTHG entfielen im vergangenen Jahr 9,6 Prozent aller Eingriffe auf Operationen an Menschen, die 80 Jahre oder älter waren. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren dies noch zwei Prozent. Trotz des damit verbundenen höheren OP-Risikos hat sich die Sterblichkeit bei diesen Eingriffen nicht verändert. "Das ist ein Zeichen für verbesserte Versorgungsqualität", sagte Krian.

Die Gesamtzahl der Eingriffe am Herzen und an den herznahen Gefäßen war mit etwa 97 000 im Vergleich zu 2005 stabil. Jeder zweite Eingriff ist eine isolierte Koronaroperation, die zweithäufigste Operationsart ist die Herzklappenchirurgie (isoliert etwa 20 000 Mal, kombiniert weitere rund 10 000). Etwa 5000 Mal wurden in Deutschland korrigierende und palliative Operationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern vorgenommen.

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