Junge Sportler - ehrgeizig und verletzungsanfällig

FRANKFURT / MAIN (hbr). Kollegen, die junge Sportler medizinisch betreuen, stehen vor einer schweren Aufgabe. Denn der Nachwuchs neigt dazu, sich übermäßig zu strapazieren. Manchmal kann es notwendig werden, daß die betreffenden Kollegen dann im Wettkampf die Notbremse ziehen.

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"Junge Sportler gehen oft schon mit gesundheitlichen Problemen in den Wettkampf", sagt Dr. Andrew Lichtenthal vom St. Vinzenz Krankenhaus in Hanau. Im Zweifelsfall müsse er dann den Abbruch des Einsatzes durchsetzen. Der frühere Ex-Leichtathlet hat eine Ambulanz für Sportmedizin aufgebaut und ist Verbandsarzt des hessischen Leichtathletik-Verbandes.

Zusammen mit anderen Ärzten und Physiotherapeuten betreut er die Jugendsportler. An einem Wettkampftag sind das bis zu 50 Athleten sowie deren Eltern und Trainer, mit denen er Gespräche führen muß. Das sei teilweise anstrengender als der Klinikalltag, sagt Lichtenthal.

Die jungen Sportler achten häufig wenig auf Schonung und verlangen ihrem Körper sehr viel ab, manchmal auch zu viel, meint der Sportmediziner. So träten sie oft schon mit Muskelverhärtungen zum Kampf an, und das erhöhe die Gefahr von Muskelfaserrissen. Falsches Aufwärmen sei ebenfalls häufig. Zudem neigten die Nachwuchs-Athleten dazu, am gleichen Tag in möglichst vielen Disziplinen zu starten und dabei auch noch zu wenig Flüssigkeit zu trinken. Auch diese beiden Faktoren steigern das Verletzungsrisiko.

Ein weiteres Problem besteht darin, daß sich die jungen Sportler noch im Wachstum befinden. In Einzelfällen kann das einen Wachstumsschub von bis zu zehn Zentimetern in nur einer Saison bedeuten.

Das bleibt nicht ohne Folgen: "Da schreitet das Knochenwachstum deutlich schneller voran, als die Muskulatur und der Sehnenapparat hinterherwachsen können. Dabei geht eine gewisse Elastizität verloren und der Sportler ist dann natürlich viel mehr gefährdet, sich Verletzungen zuzuziehen", sagte Lichtenthal auf einer Veranstaltung von Heel in Frankfurt/ Main.

Vor allem aber sind die Leichtathletik-Hoffnungen anfällig für etwas, was er als "Diätfehler" umschreibt. Gemeint ist damit ganz banal: eine Völlerei zum falschen Zeitpunkt.

Denn die Jungtalente stehen nach der Nacht im Hotel morgens oft unversehens vor einem ungewohnt opulenten Frühstücksbuffet. Können die Schützlinge dieser Verlockung nicht widerstehen, müssen die Ärzte dies dann am Rand des Sportfeldes ausbügeln, weil der Nachwuchs beim Wettkampf teilweise heftige gastrointestinale Probleme hat.

Solche Magen-Darm-Probleme sind bei jedem Sportereignis häufig. Betroffene kann man zum Beispiel mit einem homöopathischen Präparat wie Nux vomica-Homaccord® behandeln, so Lichtenthal. Bei akuten Entzündungssymptomen können Traumeel® S und Paracetamol eingesetzt werden. Der therapeutische Renner eines jeden Sportereignisses bleibt allerdings unverändert die lokale Eiskühlung.

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