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Entwarnung

Kein KPC-Keim mehr in Uniklinik Leipzig

Seit April wurden in Leipzig keine KPC-Keime gefunden. Seit dem Ausbruch vor zwei Jahren sind laut Uniklinik sieben Patienten gestorben.

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LEIPZIG. Am Uniklinikum Leipzig (UKL) sind nach Angaben des Hauses seit "fast drei Monaten" keine multiresistenten Erregers des Types KPC (Klebsiella pneumoniae mit Carbapenemasebildung) mehr aufgetreten. "Der letzte Nachweis erfolgte Anfang April", hieß es in einer Erklärung.

Im vergangenen Sommer musste das UKL einräumen, dass der Keim in den vorangegangen zwei Jahren bei insgesamt 58 Patienten festgestellt wurde, einige der Patienten verstarben.

Eine anschließende Untersuchung durch Infektiologen sollte klären, ob der KPC-Auftritt und die Todesfälle zusammenhängen.

Das Ergebnis liegt nun vor. So habe es laut Klinik 39 verstorbene Patienten gegeben, bei denen das Bakterium nachgewiesen wurde.

In sieben Fällen sei "ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen einer KPC-Infektion und dem tödlichen Krankheitsverlauf anzunehmen." Insgesamt habe es seit Juli 2010 im UKL 98 nachgewiesene Fälle gegeben.

Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung

Der Erreger wurde offenbar durch einen Patienten aus Griechenland am UKL verbreitet, teilte die Klinik mit. Professor Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums Leipzig, sagte, dass "ausnahmslos schwerstkranke Patienten mit oftmals chronischen Vorerkrankungen" an der Infektion verstorben seien.

Dass der Keim nun offenbar nicht mehr auftrete, schreibt das UKL Schutzmaßnahmen zu, die nach Entdeckung der Bakterien ergriffen worden seien.

So seien unter anderem drei Isolierungs- und Kohortierungsstationen der unterschiedlichen Pflegestufen eingerichtet worden, der Antibiotika-Einsatzes verstärkt kontrolliert und "in sensiblen Bereichen" der Klinik infektionsmedizinische Beratungen durchgeführt.

Nicht zuletzt deswegen nehme das UKL inzwischen "eine Vorreiterrolle bei der Kontrolle und Erforschung des gegen die meisten Antibiotika resistenten Erregers ein", erklärte dazu Professor Arne Rodloff, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und UKL-Hygieniker.

Die Schutzmaßnahmen sollen künftig beibehalten werden. Außerdem hat das UKL jetzt eine Stiftungsprofessur für Hygiene mit dem Schwerpunkt Krankenhaushygiene ausgeschrieben. (tt)

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