Kommentar zu Polio

Keine Impferfolge ohne Diplomatie

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 11.03.2012, 19:05 Uhr

Leider hat bisher das letzte Quäntchen an Erfolg gefehlt, um Poliomyelitis global zu eradizieren. Die Erkrankungszahlen stagnieren seit Jahren auf niedrigem Niveau.

Aus den letzten Polio-Endemieländern werden die Erreger zudem immer wieder in andere Regionen importiert. Es ist daher entscheidend, dass Impfkampagnen in Entwicklungsländern forciert werden, um solche lokalen Ausbrüche schnell einzudämmen.

Besonders in Krisengebieten wie Nigeria, Afghanistan oder Pakistan ist das sehr schwierig. Hier sind außer Ressourcen vor allem diplomatische Anstrengungen nötig, um Machthaber dazu zu bewegen, Impfprogrammen zu unterstützen.

Trotz vieler Rückschläge gibt es aber auch Erfolge beim Kampf gegen die Kinderlähmung. Erstmals ist in Indien seit über einem Jahr keine Poliomyelitis mehr gemeldet worden.

Das Beispiel zeigt, dass sich beharrliche Impfkampagnen auch in einem Land mit immensem Infektionsdruck letztlich doch auszahlen.

Gute Impfraten gegen Polio bleiben weltweit wichtig, auch in Deutschland. Jeder Mensch bei uns sollte eine Grundimmunisierung mit vier dokumentierten Impfungen haben und den Schutz vor Reisen in Endemiegebiete unbedingt auffrischen lassen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Extremisten verhindern Ausrottung der Kinderlähmung

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Dipl.-Med Matthias Junk

Eradikation der weltweiten Seuchen - medizinisch und philosophisch

Um Seuchen einzudämmen und zu verhindern, sind die auslösenden Erreger auszurotten und die begünstigenden Umstände zu beseitigen oder zu vermindern .
Die Erreger und deren Spezifika sind größtenteils soweit bekannt, dass sie bekämpfbar und deren Verbreitung vermeidbar geworden sind.
Das Gefährlichere der Gegenwart scheint demgegenüber die unmenschliche Dummheit, die mitunter in Religionen und deren real existierender Praxis tradiert wird und deren Gefahr für den wahren "Menschenanteil" am Säugetier Homo sapiens im Rahmen der gesamten Geschichte klar und offenkundig ist. Dabei ist egal, ob Religionen und pseudoreligiöse Machtsysteme göttliche oder menschliche "Allmachtsansprüche" vermitteln.
Das Vermitteln von Allmachtsfantasien ist derartig dem angesammelten Wissen aus der Geschichte der Menschheit konträr, dass seine Verbreitung als stets gefährlich einzuschätzen war und ist und der Dummheit und Brutalität des gegenseitigen Umgangs Vorschub leistet.
Im Mittelpunkt von globaler Wohlfahrt hat neben der Schaffung gerechterer sozialer Strukturen und Anhebung des Medizin- und Hygiene-Standards auch der Kampf gegen menschenverachtende religiöse Meinungen und gegen ihre verantwortlichen Vertreter zu stehen.
Dazu fordert die zivilisierte und aufgeklärte Menschheit und ihre säkularen Staatssysteme jede national oder international gemachte religiöse oder dumme Behauptung unwissenschaftlichen Unsinns genauso auf das konsequenteste heraus, wie jede mit religiösem Hintergrund entführte Entwicklungshelferin und erst recht jedes in religiös verschuldeter gehirnamputierter Unmenschlichkeit begangene Attentat im Einzelnen oder als Glaubenskriege insgesamt geschehene Grauen...
Es darf nirgends mehr erlaubt sein, zu glauben, was man will, wenn die Konsequenzen solchen Glaubens die Menschlichkeit verletzen.
Das Menschlichste und speziestypischste am Säugetier Mensch ist das überlegene Gehirn mit seinen Fähigkeiten des Denkens und Wissens - und die darauf basierende besondere Empathiafähigkeit, obwohl es für liebende Treue auch bei Tieren spektakuläre Beispiele gibt…
Und die flach orientierten "Bildungsfernen" unter den Menschen machen heute und immer schon hier und global Sozialgefüge massive Probleme (auch wenn sie – ganz böse gedacht - als marktwirtschaftlich wichtiges und idelogisch leicht manipulierbares Herdentier und als internationales Kanonenfutter noch immer unentbehrlich scheinen…)...
Durch Vermeidung von Wissenserwerb (und dessen Ersatz durch Glauben) wird das Menschsein ganz zentral gedemütigt und mental kastriert.
Am berühmtesten wurde das in der religiösen Literatur übrigens bereits vom Prototyp aller Über-Männchen ("Machos") praktiziert.
Das Gebot des Bildungsverzichts im Bild des Apfels im Garten Eden war eines der am klarsten überlieferten Hinweise auf den Einfluss patriarchaler Muster auf zivilisatorischen Fortschritt...
– und das selbe Bild hat auch unter den selbstherrlich vernebelten Hundeblick-Augen hunderter Generationen getäuschter und täuschender Herrscher-Männchen immer schon den wichtigen Hinweis auf die Perspektive enthalten: weibliche intuitive Problemlösungsfähigkeit, wenn es um die wesentlichen Fragen des Leben Gebens und Erhaltens geht (die geschilderte Verhaltensweise der beteiligten Männchen war damals wie heute primär problemlösungsfern: die einzigen Aktivitäten, die im biblischen Bilde überliefert bei den beiden Männchen stattfanden und modern wiedererkennbar sind, waren nur an der Sicherung der maskulinen Hierarchie orientiert, nicht am Fortschritt der Menschheit: 1. Vom Chef kommt ein blöder Befehl (das typischste seines Geschöpfes verbieten…) 2. Vom Untergebenen wird dieser blöde Befehl auch noch artig befolgt…
Und der aberwitzige Irr(e)glaube an ein "Paradies" ist eine psychologisch längst enträtselte Kreation der pluripotenten* menschlichen Anima, wie wir es in jedem Traum im Kleinen erfahren können... als wirksamer sehnsüc


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