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Keine Opioidtherapie ohne Obstipations-Prophylaxe!

Ein ständiger Begleiter der Opioidtherapie ist die Obstipation. Nötig ist daher eine adjuvante Therapie mit Laxanzien.

Dr. Ulrike MarondeVon Dr. Ulrike Maronde Veröffentlicht:

"Jede Opioidtherapie muss von einer prophylaktischen antiobstipativen Therapie begleitet werden", betont der Arbeitskreis Tumorschmerz der DGSS in seinem Curriculum Tumorschmerz. Denn die obstipative Wirkung ist eine Eigenschaft aller Opioide - und hierbei gibt es keine Toleranzentwicklung. Die Obstipation bleibt also während der gesamten Opioidtherapie erhalten und nimmt im Verlauf eher noch zu.

Das bedeutet: Schon bei der Ersteinstellung auf ein Opioid wird prophylaktisch ein Laxans eingesetzt. Empfohlen wird ein stufenweises Vorgehen. Zunächst erfolgt eine orale Therapie mit einem osmotisch wirksamen Laxans, wie Macrogol oder Lactulose, oder mit einem propulsiv wirkenden Laxans wie Natrium-Picosulfat oder Bisacodyl. Reicht dies nicht aus, werden Laxanzien aus beiden Gruppen kombiniert verabreicht. Gegebenenfalls sind weitere medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Einläufe, Kolonrahmenmassage oder eine manuelle Ausräumung nötig.

Ein anderer Ansatz zur Obstipations-Prophylaxe sind Opioid-Kombinationen mit Naloxon, das die Opioid-Wirkungen am Darm, nicht aber im ZNS blockiert. Dadurch bleibt der analgetische Effekt erhalten, aber die Obstipation wird vermindert und der Laxanzienbedarf reduziert. Beispiele hierfür sind die Fixkombination aus Oxycodon und Naloxon (Targin®) oder Tilidin / Naloxon (etwa Valoron® N).

Für Palliativpatienten, die auf die üblichen Laxanzien nicht ansprechen, ist subkutanes Methylnaltrexon (Relistor®) eine Option. Die Substanz blockiert nur die µ-Opioid- rezeptoren des peripheren Nervensystems und passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht. So bleibt die analgetische Wirkung der Opioide im ZNS unbeeinflusst.

Außer der Obstipation sind auch Übelkeit oder Erbrechen häufige Nebenwirkungen der Opioidtherapie. Sie treten meist in den ersten Tagen einer Opioidtherapie auf und oft auch bei Dosissteigerungen. In diesen Phasen ist ein Antiemetikum wichtig, etwa Metoclopramid. Bei starkem Erbrechen sind Neuroleptika wie Haloperidol indiziert.

Lesen Sie dazu auch: Schmerzlinderung bei Tumorpatienten muss weiter verbessert werden Durchbruchschmerz - plötzlich und unerwartet Immer noch viele Probleme mit der BtMVV Eine schonungslose Bestandsaufnahme

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