Kommentar

Keine geeignete Strategie gegen HIV

Von Peter Leiner Veröffentlicht: 31.05.2012, 07:03 Uhr

Schon lange ist klar, dass sich HIV auch bei erfolgreicher Therapie in Körperregionen gewissermaßen zurückzieht, in denen es unbehelligt bleiben kann. Auch Sperma kann ein solches Reservoir sein.

Und das ist keine gute Nachricht. Trotzdem hatte sich vor Kurzem ein Beraterausschuss der US-Zulassungsbehörde FDA für die Zulassung der Arzneimittelkombination Emtricitabin plus Tenofovir zur Präexpositionsprophylaxe ausgesprochen.

Man stelle sich vor: Gesunde schlucken ein Präparat, um sich nicht mit HIV anzustecken, und nehmen unerwünschte Wirkungen dieser Prophylaxehin. Sie gehen dann doch noch das Risiko ein, sich anzustecken, weil sie nicht wissen, ob ihr hetero- oder homosexueller Geschlechtspartner möglicherweise mit einem HI-Virus infiziert ist, das bereits gegen eine oder beide Kombipartner resistent ist.

Und: Durch die Entwicklung von Resistenzen wird der Erfolg einer künftigen HIV-Therapie geschmälert.

Welcher Mensch mit gesundem Menschenverstand würde ein solches Risiko eingehen? Und welcher Mensch würde dieses Risiko seinem Geschlechtspartner aufbürden? Eine solche Strategie, sich vor der Infektion mit dem Aids-Erreger zu schützen, kann man nicht befürworten.

Lesen Sie dazu auch: Trotz HIV-Therapie bleibt Sperma oft infektiös

Mehr zum Thema

HIV-Prävention auf Kassenrezept

Wer sind eigentlich diese PrEPer?

Coronavirus

Schwierige Suche nach dem richtigen COVID-19-Medikament

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

KBV-Chef Gassen

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

So begegnen Ärzte impfkritischen Fragen richtig

Gespräche mit Eltern

So begegnen Ärzte impfkritischen Fragen richtig

Spahn übernimmt auch die Arzneimittelversorgung

Corona-Gesetzgebung

Spahn übernimmt auch die Arzneimittelversorgung

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden