Diesel-Skandal

Klage stellt Gesundheit in den Fokus

Sind Schadstoffe, die manipulierte Diesel in der Vergangenheit ausgestoßen haben, gesundheitsschädlich gewesen? Ein Start-up will vor Gericht ziehen, um die Sache zu klären – und sucht Geschädigte.

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KÖLN. Der seit Jahren andauernde Diesel-Skandal um zu hohe Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Ausstöße wird um eine Facette reicher. Nachdem zahlreiche Anwaltskanzleien für bestimmte Autobesitzer zum juristischen Feldzug gegen Volkswagen & Co geblasen haben und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Kooperation mit dem ADAC am 1. November eine Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG einreichen will, die Bürger kostenlos mitzeichnen können, geht es dem Kölner Rechtsdienstleistungs-Start-up halloAnwalt um den Gesundheitsaspekt.

Die Abgase sollen Auslöser für zahllose Krankheiten sein. „Der bislang erste diesbezügliche Gerichtsprozess soll jetzt die Frage beantworten, ob die verantwortlichen Hersteller, allen voran der VW-Konzern, für die Gesundheitsschäden haften müssen“, heißt es von halloAnwalt.

Das Unternehmen habe es sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu helfen, die an Autoabgasen erkrankt sind. Daher werde es eine Musterklage gegen die Hersteller finanzieren und in Kooperation mit der spezialisierten Anwaltskanzlei Kraus Ghendler Ruvinskij Rechtssicherheit für Betroffene schaffen.

Die Gründer von halloAnwalt sind nach eigener Aussage der Meinung, dass es in Deutschland zahlreiche Patienten gibt, die Ansprüche aufgrund einer Gesundheitsschädigung geltend machen können. Diese Ansprüche würden aber nicht von oben genannter Musterfeststellungsklage gegen VW abgedeckt. Deswegen werde die spezialisierte Kanzlei – wenn nötig – gerichtlich gegen den VW-Konzern und andere Hersteller vorgehen. Da es einen vergleichbaren Prozess noch nie gab, ist der Ausgang dieser Musterklage offen.

Volle Kostenübernahme

Doch ein Kostenrisiko bestehe aufgrund der Kostenübernahme nicht. Auch für ärztliche Gutachten, die die gesundheitlichen Probleme bestätigen, komme halloAnwalt auf. Interessierte könnten jetzt mit halloAnwalt Kontakt aufnehmen und weitere Informationen erhalten.

Wie halloAnwalt betont, gebe es zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass schwere Erkrankungen und sogar Todesfälle auf das Konto der Luftverschmutzung gehen, die insbesondere durch Dieselmotoren verursacht wird. Auch das Umweltbundesamt hat mögliche Krankheitslasten aufgrund der Stickstoffdioxid-Expositionen in Deutschland ermitteln lassen.

Ergebnis: Zwar seien die Zahlen in den vergangenen Jahren zurückgegangen, es gebe aber immer noch Hinweise auf beträchtliche Schadwirkungen von NO2. 2014 hätten 6000 vorzeitige Todesfälle statistisch in Zusammenhang mit der Luftbelastung durch das Gas gestanden. (maw)

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