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Klappenfibrosen selten durch Medikation

ULM (mut). Vor kurzem ist eine Arbeit publiziert worden, nach der das Risiko für Herzklappen-Fibrosen bei einer Therapie mit ergolinen Dopamin-Agonisten erhöht sein soll. Die meisten solcher Fibrosen bei Parkinson-Patienten seien jedoch auf internistische Erkrankungen zurückzuführen und nicht auf die Medikation, hieß es auf dem Parkinson-Kongress in Ulm.

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Herzklappen-Veränderungen seien primär eine Folge des Alterungsprozesses und von internistischen Erkrankungen. So habe etwa eine Analyse bei über 200 Autopsien ergeben, dass die Klappen bei 60-Jährigen doppelt so dick sind wie bei 20-Jährigen, hat die Kardiologin Dr. Antje Masri-Zada aus Gera berichtet.

Fibrosen seien zudem schon bei etwa einem Drittel der neu diagnostizierten Parkinson-Patienten per Echokardiografie nachweisbar, also bei Patienten, die bislang noch keine Parkinson-Therapie erhalten haben. Bei fast allen Patienten seien solche Veränderungen zudem nicht relevant. "Wenn man einen Klappenfehler bei der Auskulation nicht hört ist er in der Regel ohne klinische Bedeutung", sagte Masri-Zada.

Viele Erkrankungen können Klappenfibrosen auslösen

Erkrankungen, die zu Klappenveränderungen führen, gebe es bei älteren Menschen viele. Die Kardiologin nannte auf einer Veranstaltung von Pfizer etwa Atherosklerose, rheumatische Erkrankungen, COPD und Krebs sowie Niereninsuffizienz. Daher sei es kein Wunder, wenn bei älteren multimorbiden Parkinson-Patienten vermehrt auch Herzklappen-Fibrosen auftreten.

Masri-Zada hatte nun in einer Untersuchung die Herzklappen von 203 Parkinson-Patienten per Echokardiografie geprüft, die zum Teil seit über zehn Jahren verschiedene Dopamin-Agonisten in oft hoher Dosis erhalten hatten. Die Daten wurden mit denen von 70 neu diagnostizierten Patienten ohne bisherige Therapie verglichen. Das Ergebnis: Etwa ein Drittel der Patienten ohne bisherige Therapie hatte Fibrosen, ähnlich viele waren es mit dem non-ergolinen Agonisten Pramipexol, etwa 40 Prozent mit dem ergolinen Agonisten Cabergolin und etwa 50 Prozent mit dem ergolinen Agonisten Pergolid.

Nur bei Pergolid sei der Unterschied zu den Patienten ohne bisherige Therapie knapp statistisch signifikant gewesen, sagte Masri-Zada. Insgesamt sei die Häufigkeit von Fibrosen jedoch mehr von Begleiterkrankungen und Alter abhängig gewesen als von der Therapie. Da Pergolid einer der ältesten DopaminAgonisten ist und daher mit am längsten verwendet wird, waren die Patienten mit Pergolid im Schnitt besonders alt und multimorbide. Möglicherweise lasse sich die erhöhte Prävalenz von Herzklappen-Fibrosen auch damit erklären, so Masri-Zada.

Was ist also dran am Fibrose-Risiko bei ergolinen Dopamin-Agonisten? In der wissenschaftlichen Literatur seien tatsächlich einige Fälle von einer rasch voranschreitenden Fibrose unter Agonisten-Therapie beobachtet worden. Diese seien jedoch recht selten - nach den bisherigen Erkenntnissen treten sie bei einem von 500 Patienten auf - und hätten mit den Herzklappen-Fibrosen, wie sie bei einem großen Teil der älteren Menschen auftreten, wenig zu tun.

Regelmäßige Echokardiografie bietet Sicherheit

Um eine solche rasch progrediente Fibrose auszuschließen, seien regelmäßige Echokardiografien nötig. Werden dabei keine ungewöhnlichen Veränderungen beobachtet, könne man die Therapie beibehalten. Wer gut eingestellte Patienten nur aufgrund von Fibrose-Ängsten auf eine andere Therapie umstelle, riskiere, dass sich der Zustand deutlich verschlechtert, sagte die Kardiologin.

Lesen Sie dazu auch: Dreifachtherapie hält Parkinson jahrelang auf Frühe Behandlung hält beweglich Apomorphin-Pen kann Off-Phasen schnell beenden Tipps zur Parkinson Diagnose Parkinson im Web

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