Morbus Parkinson

Apomorphin-Pen kann Off-Phasen schnell beenden

ULM (mut). Ähnlich wie Diabetiker benötigen Parkinson-Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sowohl kurz als auch lang wirksame Therapeutika. Mit Apomorphin als Pen können sie kurze Phasen schlechter Beweglichkeit einfach überbrücken.

Veröffentlicht: 13.03.2007, 08:00 Uhr

Bisher wird Apomorphin häufig bei schweren Wirkungsfluktuationen verwendet, die sich mit oralen Therapien nicht mehr gut einstellen lassen. Solche Patienten erhalten dann oft eine Pumpe, die Apomorphin (APO-go®) kontinuierlich subkutan abgibt. Dadurch lassen sich Dyskinesien und Off-Phasen, also Zeiten schlechter Beweglichkeit, deutlich reduzieren. Von Apomorphin können aber auch Patienten profitieren, die mit einer oralen Therapie noch gut zurecht kommen: Mithilfe eines Pens können sie sich den Wirkstoff in Off-Phasen oder bei einem kurzfristigen zusätzlichen Bedarf injizieren.

Bolusinjektion macht Patienten schnell wieder beweglich

Dr. Joachim Durner von der Fachklinik Ichenhausen nannte dafür einige Beispiele. So könne eine Bolusinjektion der Arznei schnell bei morgendlicher Akinese helfen. Mit einer Halbwertszeit von 30 Minuten wirke das Medikament schneller als L-Dopa und könne so die Zeit gut überbrücken, bis die langwirksame dopaminerge Therapie greift, sagte Durner auf einem Symposium von Cephalon in Ulm.

Auch wenn die Patienten trotz Therapie immer wieder Off-Phasen haben, können sie sich durch eine Bolusinjektion schnell wieder beweglicher machen. Hilfreich könne der Pen zudem bei nächtlichen Dystonien sein, die den Schlaf der Patienten stark stören. "Bereits zehn Minuten nach einer Injektion sind die Patienten oft wieder entspannt und können schlafen", sagte Durner.

Wenn die Patienten sich besonders anstrengen, etwa bei einem längeren Spaziergang, kann ebenfalls eine höhere Dosis der dopaminergen Medikamente nötig werden, und diese lässt sich schnell über den Apomorphin-Pen zuführen.

Bevor man Patienten jedoch Apomorphin gibt, sollte man sie schon drei Tage zuvor mit Domperidon (dreimal 20 mg/d) behandeln, da die Therapie sonst Übelkeit hervorrufen kann. Um die optimale Bolus-Dosis von Apomorphin herauszufinden, hilft ein Test in einer Off-Phase: Zunächst wird 1 mg subkutan gegeben. Ist nach 15 Minuten keine gute Wirkung erkennbar, wird erneut 1 mg injiziert. Dies wird fortgeführt, bis eine optimale Wirkung erreicht ist. Mehr als insgesamt 5 bis 7 mg sollten jedoch nicht injiziert werden.

Häufige unerwünschte Wirkungen außer Übelkeit seien Hautreaktionen. Diese seien aber nur selten Therapie-limitierend, sagte Durner.

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