Kommt aus Indien ein neuer Superkeim?

Forscher warnen vor Enterobakterien, die gegen fast alle Antibiotika resistent sind.

Veröffentlicht:
E. coli-Bakterien. Solche Keime mit neuer Super-Resistenz wurden bei in Indien und jetzt auch bei Patienten in Europa entdeckt, die in Indien gewesen waren.

E. coli-Bakterien. Solche Keime mit neuer Super-Resistenz wurden bei in Indien und jetzt auch bei Patienten in Europa entdeckt, die in Indien gewesen waren.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

CARDIFF (hub). Forscher aus mehreren Ländern haben gram-negative Enterobakterien (E. coli und Klebsiella pneumoniae) mit einem neuen Resistenzmechanismus isoliert. Die spezielle Beta-Laktamase dieser Bakterienstämme wurde Neu Dehli Metallo-ß-Laktamase-1 (NDM-1) genannt, nach dem Ort des ersten Isolates. Bei Patienten aus mehreren Regionen Indiens, Pakistans und Großbritanniens fanden die Forscher solche Bakterien mit der NDM-1 (Lancet online).

Das Bedrohliche: Die Bakterien sind gegen fast alle Antibiotika hoch resistent. Die einzigen Ausnahmen sind Tigecyclin und Colistin mit Empfindlichkeitsraten von 50 bis 70 Prozent beziehungsweise von 90 bis 100 Prozent. Doch es gibt auch etwas Beruhigendes: In der Regel besteht keine unmittelbare Verwandtschaft zwischen den einzelnen Isolaten, es handelt sich also nicht um Ausbrüche dieser gefährlichen Erreger.

Die Isolate aus dem indischen Haryana aber waren ein Klon. Zumindest einige Bakterienstämme könnten also das Potenzial zu Ausbrüchen haben, warnen die Autoren. Eine koordinierte internationale Überwachung sei daher nötig, fordern die Forscher.

Die Patienten aus Großbritannien hatten alle eine Reiseanamnese nach Indien oder Pakistan, mit Aufenthalten in dortigen Krankenhäusern. Eine Reihe dieser Patienten hatte dort elektive Eingriffe vornehmen lassen, darunter auch Schönheitsoperationen.

Lesen Sie dazu auch: Erster Todesfall durch Infektion mit "Super-Bakterium" in Europa Frühwarnsystem überwacht in Deutschland "Super-Bakterien" Kommt aus Indien ein neuer Superkeim?

Mehr zum Thema

Sozialgericht München

Virologe Drosten muss Gutachten zu möglichen Corona-Impfschäden erstellen

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kardiovaskuläres Risiko

Wann die Lipoprotein(a)-Messung wirklich sinnvoll ist

Wahnvorstellungen erkennen

Was der interpersonelle Abstand bei Schizophrenie verrät

Lesetipps
Eine Ärztin erklärt einer Patientin mit ernstem Gesicht eine Sachlage.

© Siphosethu F/peopleimages.com - stock.adobe.com

Krebsprävention

HPV und seine Folgen: Mit diesen Antworten beruhigen Sie Patienten

Drei Inhalationssysteme nebeneinander: Soft-Mist-Inhalator, Pulverinhalator und Dosieraerosol.

© zhennyzhenny / stock.adobe.com

Klimabewusste Inhalationstherapie

COPD: LAMA-LABA-Inhalatoren im Vergleich