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Kopf-Karussell lähmt Millionen Senioren

Jeder Fünfte über 65 Jahre hat einer amerikanischen Studie zufolge regelmäßig Probleme mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Jeder Vierte fühlt sich im Alltag beeinträchtigt.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Schwindel: Mal dreht sich alles, mal schwankt der Boden, mal entsteht ein Wattegefühl im Kopf.

Schwindel: Mal dreht sich alles, mal schwankt der Boden, mal entsteht ein Wattegefühl im Kopf.

© Begsteiger / Imago

BOSTON. Schwindel, Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen sind häufige Probleme älterer Menschen.

Informationen über Art und Häufigkeit dieser Beschwerden sowie die sich daraus ergebenden funktionellen Einschränkungen erhielten amerikanische Wissenschaftler aus Patientenangaben des National Health Interview Survey 2008.

Jeder Fünfte über 65 Jahren fühle sich nicht mehr dauerhaft in seiner Welt verankert, berichten die Ärzte aus Boston (Laryngoscope 2012; online 29. Mai).

Mal dreht sich alles, mal schwankt der Boden, mal entsteht ein Wattegefühl im Kopf. Von den rund 37 Millionen Personen im Durchschnittsalter von 74,4 Jahren berichteten 7 Millionen über Gleichgewichtsprobleme oder Schwindel in den vergangenen zwölf Monaten.

Bei den meisten drückten sich die Beschwerden als allgemeine Unsicherheit aus, viele hatten Schwierigkeiten, auf unebenen Flächen zu laufen, berichteten über Schwindel oder ein Schwächegefühl.

Häufig traten die Probleme auch beim Treppensteigen oder etwa bei einem Nachtspaziergang auf.

Gleichgewichtsstörungen treten auch beim Sport auf

Die meisten Schwierigkeiten bereiteten den Patienten Gleichgewichtsstörungen beim Sport, bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, beim Autofahren oder bei der Arbeit.

Jeder Vierte fühlte sich in seinem täglichen Leben beeinflusst, etwa beim Einkaufen, Anziehen, Essen oder beim Toilettengang.

Dennoch bemühte sich nur jeder Zweite um ärztliche Hilfe, mit Abstand am häufigsten beim Hausarzt (85,6 Prozent). Einen HNO-Arzt suchten 17 Prozent auf.

Die Ursachen der Beschwerden können von Störungen des Vestibularsystems über neurologische Probleme bis hin zu kardiovaskulären Erkrankungen reichen. Bei 18,7 Prozent der aus dem Gleichgewicht geratenden Patienten wurden verschreibungspflichtige Medikamente als Trigger dingfest gemacht.

Zusammenhänge mit freiverkäuflichen Arzneimitteln ergaben sich dagegen nur bei 1,7 Prozent der Patienten.

Darüber hinaus bestanden Korrelationen mit Übelkeit und Erbrechen, Bewegung, Angst und Stress, Depressionen oder Migräne. Die Gleichgewichtsstörungen der US-Senioren sind keine nationale Erscheinung.

Studien aus anderen Ländern haben gezeigt, dass in Schottland sogar fast jeder dritte über 65-Jährige an Schwindelgefühlen leidet, bei den Briten wurden 21,5 Prozent gleichgewichtsgestörte Senioren ermittelt.

Nicht zuletzt wegen der immer älter werdenden Bevölkerung wird es eine Aufgabe der Zukunft sein, die Ursachen solcher Beschwerden besser zu verstehen, um ihnen wirksam begegnen zu können.

Dabei muss insbesondere auch die oft vielfältige Medikamentenliste der Senioren einer strengen Prüfung unterzogen werden, betonen die Autoren.

Quelle: www.springermedizin.de

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