Leser-Votum

Kopftransplantation wird nie klappen

Ein italienischer Chirurg will Köpfe - etwa die von Gelähmten - auf gespendete Körper transplantieren. - Eine völlig unrealistische Idee, findet die Mehrheit der Online-Leser der "Ärzte Zeitung", die an unserer Umfrage teilgenommen haben.

Veröffentlicht: 28.05.2015, 15:40 Uhr

NEU-ISENBURG. Die Pläne des italienischen Neurochirurgen Sergio Canavero, bis spätestens 2017 erstmals den Kopf eines Menschen zu transplantieren, haben für Aufsehen gesorgt: Ein ehrgeiziges Ziel oder nur Spinnerei?

Die "Ärzte Zeitung" hat ihre Online-Leser im Rahmen eines Votings dazu befragt.

Das Ergebnis fällt klar aus: Nein, eine Kopftransplantation wird niemals möglich sein, da sowohl die technischen als auch ethischen Fragen nie ausreichend geklärt sein werden, meinen 51,5 Prozent der insgesamt 342 Online-Leser, die an unserer Umfrage teilgenommen haben. Es handelt sich dabei nicht nur um Ärzte.

Nahezu jeder Fünfte (21,9 Prozent) ist allerdings sehr wohl der Meinung, dass ein solches Vorhaben irgendwann mal gelingt.

Ethische Bedenken ein Problem

18,4 Prozent der Menschen, die abgestimmt haben, sehen das große Problem in den ethischen Bedenken, die eine Kopftransplantation verhindern. Sie sind zuversichtlich, dass die technischen Voraussetzungen dafür irgendwann geschaffen werden.

Dem widersprechen 8,2 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Sie glauben, dass es von technischer Seite unmöglich sein wird, eine solche Operation vorzunehmen und dass ein Plan dieser Art daran scheitert - während die ethischen Bedenken hingegen ausgeräumt werden könnten.

Sergio Canavero sieht jetzt schon die Zeit gekommen für einen solchen Eingriff, den Kopf eines Menschen mit körperlichem Handicap abzutrennen und ihn auf den Körper eines Hirntoten zu setzen.

"Ich denke, wir sind jetzt an dem Punkt, dass alle technischen Aspekte machbar sind", sagte der Neurochirurg dem Wissenschaftsmagazin "New Scientist" vom 25. Februar.

An der Operation sollen Hunderte Ärzte beteiligt sein. Und freiwillige Patienten seien auch schon gefunden, berichtete Canavero. (ths)

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