Krebstherapie mit Antikörper - Schutz vor Sonne ist wichtig

MÜNCHEN (eim). Der Antikörper Cetuximab hemmt das Tumorwachstum und sensibilisiert die Zellen für eine Strahlen- oder Chemotherapie. Die Antikörper-Therapie ist aber mit unerwünschten Hautreaktionen verknüpft. Praktische Tipps helfen Patienten, mit den Wirkungen zurecht zu kommen.

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Der Dermatologe Dr. Thomas Dirschka aus Wuppertal rät dazu:

  • Die typischen unerwünschten akneartigen Hautreaktionen im Gesicht, auf Kopfhaut, Brust und Rücken sollten in Analogie zur Aknetherapie austrocknend behandelt werden. Seiner Erfahrung nach haben sich dabei antibiotikahaltige Gelpräparate bewährt. Orale Tetracycline wirken antientzündlich und können so den Hautausschlag mildern.
  • Bei Xerosen sind rückfettende Pflegeprodukte günstig.
  • Mit modernen Antihistaminika lässt sich der Juckreiz während der Therapie eindämmen.
  • Kollegen sollten darauf achten, dass die Patienten Cetuximab mit Lichtschutzpräparaten verwenden, die einen hohen Schutzfaktor haben, so Dirschau bei der von Merck Pharma unterstützten Veranstaltung.

Cetuximab (Erbitux®) blockiert den Rezeptor für EGF (epidermal growth factor). Seit 2004 ist der Wirkstoff in der EU für die Zweitlinientherapie bei Darmkrebs zugelassen. Im April 2006 hat die EMEA die Zulassung - wie berichtet - erweitert: auf die Therapie beim lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom von Kopf und Hals, und zwar in Kombination mit Bestrahlung.

Bei Tumoren in Mundhöhle, Rachen oder Kehlkopf ist die Operation meist die Methode der Wahl, doch können manche Patienten danach nicht mehr sprechen. Eine Alternative ist die Kombination des Antikörpers Cetuximab mit Bestrahlung. Dies ist mit einer verlängerten Lebenserwartung verbunden. Nach einer Studie lebten Patienten, die bestrahlt wurden, im Median 29 Monate. Patienten jedoch, die eine Kombination von Radiatio und Cetuximab erhielten, lebten noch 49 Monate.

Weitere Infos zu Kolorektal-Ca etwa unter www.krebsgesellschaft.de



STICHWORT

Cetuximab

Cetuximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper vom IgG1-Typ. Er ist gegen den Rezeptor des Wachstumsfaktors EGF (epidermal growth factor) gerichtet. Der EGF-Rezeptor wird von Krebszellen an ihrer Oberfläche besonders stark gebildet. So ist der EGF-Rezeptor bei 80 Prozent der Darmkrebszellen stark überexprimiert.

Der therapeutische Antikörper bindet an den Wachstumsfaktor-Rezeptor und inaktiviert diesen dadurch. So wird das Wachstum der Tumorzellen selektiv gehemmt. Einsatzgebiete sind Darmkrebs und Kopf-Hals-Tumoren. (eb)

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