Kommentar zum MRT

Kritik von Dr. Software

Von Thomas Müller Veröffentlicht: 20.02.2014, 12:01 Uhr

Die Ressourcen im Gesundheitswesen sind bekanntlich begrenzt, und so werden immer wieder neue Quellen für Einsparmöglichkeiten gesucht, das ist in den USA nicht anders als in Deutschland. Jenseits des Teichs setzt man nun verstärkt auf IT-Lösungen für eine effektivere Versorgung.

Damit sollen jährlich über 80 Milliarden Dollar eingespart werden. Von diesen Vorgaben sind die USA zwar noch meilenweit entfernt, doch immerhin gibt es interessante Ansätze: In einer Studie ließ sich zeigen, dass ein EDV-basiertes Entscheidungssystem ein Drittel der häufig überflüssigen MRT bei Rückenschmerz verhindert. Das System schlägt Alarm, sobald eine MRT nicht entsprechend geltender Leitlinien veranlasst wird.

Vielen Ärzten dürfte die Vorstellung, dass sich ein Computerprogramm über ihre Diagnose- oder Therapieentscheidung beschwert, die Haare zu Berge stehen lassen, schließlich werden Leitlinien nicht jedem Patienten gerecht.

Doch in solchen Fällen konnten Ärzte in der US-Studie auch weiterhin eine MRT veranlassen, sie mussten die Entscheidung nur gegenüber einem anderen Arzt begründen.

Das Beispiel könnte auch in Deutschland Schule machen. Vielleicht wären wir nicht mehr Herzkatheter-Weltmeister, wenn jede Entscheidung gewissenhaft evaluiert würde - zur Not auch per EDV.

Lesen Sie dazu auch: Rückenschmerz: EDV verhindert überflüssige MRT

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