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Kurzzeit-Immuntherapie bei Pollenallergie erfolgreich

LÜBECK (ugr). Bei Patienten mit Pollenallergie verringert eine Kurzzeit-Immuntherapie mit Allergoiden plus einem Adjuvans die Symptome bereits in der ersten Pollensaison nach Therapiebeginn deutlich. Das bestätigen die Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung.

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Insgesamt 131 Patienten mit Rhinokonjunktivitis oder Asthma aufgrund einer Allergie gegen Birke, Erle oder Hasel erhielten über drei Jahre jeweils präsaisonal eine subkutane Kurzzeit-Immuntherapie mit Allergoiden und dem Adjuvans Monophosphoryl-Lipid A (Pollinex® Quattro). Vor, während und nach der Therapie wurden die Patienten gefragt, wie stark sie durch die Allergie beeinträchtigt waren. Beurteilt wurde dies mit einer Skala, die von null (gar nicht beeinträchtigt) bis sechs (völlig beeinträchtigt) Punkte reicht.

Für den ersten Therapiezyklus liegen bereits Ergebnisse vor. Dr. Uta Rabe aus Treuenbrietzen hat sie bei einem Symposium des Unternehmens Bencard in Lübeck vorgestellt. Vor Therapiebeginn lag der Punktwert bei den 78 Heuschnupfen-Patienten im Mittel bei 3,4 (3 Punkte bedeuten: "mäßig beeinträchtigt"). Bis zum Ende der ersten Pollenflugsaison hatte sich die Beeinträchtigung der Patienten um 31 Prozent (1 bis 1,4 Punkte) verringert. Bei den 53 Asthmapatienten reduzierte sich der Ausgangswert um 32 Prozent - von 2,5 Punkten um 0,4 bis 1,0 Punkte bis zum Ende der Saison.

Insgesamt hätten sich die allergischen Symptome bereits nach dem ersten Therapiezyklus bei 81 Prozent der Patienten verringert, und bei 43 Prozent sei der Medikamentenverbrauch reduziert worden, so die Allergologin. 86 Prozent der Patienten bewerteten die Verträglichkeit der Therapie mit gut oder sehr gut; lediglich vier Patienten klagten über Schwindelgefühle. Lokale Nebenwirkungen traten bei 27 Patienten auf.

Erste Versuche, die spezifische Immuntherapie auch bei der atopischen Dermatitis (AD) anzuwenden, sind an der Berliner Charité erfolgreich verlaufen. Wie Professor Margitta Worm von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie erläuterte, erwies sich der Allergoid-Extrakt bei 18 Neurodermitis-Patienten als sehr gut verträglich. Der mittlere AD-Schweregrad (SCORAD) betrug vor der Therapie 40,3 und sank nach vier Injektionen auf 31,2.

Weitere Infos zu Spezifische Immuntherapie: www.aerztezeitung.de; Suche mit "Spezifische Immuntherapie".

STICHWORT

Spezifische Immuntherapie

Bei der spezifischen Immuntherapie ist die subkutane Immuntherapie (SCIT) mit wässrigen Allergenen oder Allergoiden nach wie vor der Standard. Bei der klassischen Form beginnt im Herbst eine etwa achtwöchige Aufsättigungsphase, gefolgt von einer Erhaltungstherapie in vier- bis sechswöchigen Abständen über drei Jahre. Eine weitere Option ist die Kurzzeit-Immuntherapie. Je nach Extrakt werden vier bis acht Injektionen empfohlen. Allergologen empfehlen dies vor allem für Patienten, denen die klassische Immuntherapie zu lange dauert, oder wenn die Pollensaison schon bald beginnt.

(ikr)

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