Schwangerschaft

Latente Hypothyreose wird oft nach der Entbindung manifest

Nahezu 40 Prozent der Frauen, bei denen in der Schwangerschaft eine subklinische Hypothyreose festgestellt wird, entwickeln langfristig eine Hypothyreose.

Dr. Bianca BachVon Dr. Bianca Bach Veröffentlicht:

Berlin. Frauen, bei denen in der Schwangerschaft eine latente Hypothyreose diagnostiziert wird, tun gut daran, ihre Schilddrüsenwerte nach der Entbindung längerfristig nachkontrollieren zu lassen. Auch jenseits der ersten sechs Wochen. Denn nach den Ergebnissen einer chinesischen Studie (Thyroid 2020; 30(11): 1566-1573) entwickeln mehr als ein Drittel im Verlauf eine manifeste Hypothyreose.

In die prospektive Beobachtungsstudie wurden 393 Frauen eingeschlossen, bei denen in der Schwangerschaft eine subklinische Hypothyreose diagnostiziert worden war. Diese war definiert durch einen TSH-Wert > 4 mIU / l bei normalem Spiegel an freiem Thyroxin (fT4).

216 der Frauen wurden im Median 11 Monate post partum weiter beobachtet. 39 Prozent entwickelten eine manifeste Hypothyreose. Selbst bei initial unauffälligen Schilddrüsenhormonwerten sechs Wochen nach Entbindung waren es langfristig noch 28 Prozent, bei denen es zur manifesten Unterfunktion kam.

Risikofaktor: Antikörper gegen Thyreoperoxidase

Ein entscheidender Risikofaktor war der Nachweis von Antikörpern gegen Thyreoperoxidase (TPO-Ak), sowohl während der Schwangerschaft, als auch zum Untersuchungszeitpunkt sechs Wochen post partum. Durch TPO-Ak wurde das Risiko für eine langfristige Hypothyreose mehr als vervierfacht.

Professor Jörg Bojunga, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, empfahl, TPO-Ak-positive Frauen postpartal zu überwachen. „Frauen mit TPO-Ak-negativer subklinischer Hypothyreose sollten zumindest über die Symptome einer Hypothyreose aufgeklärt werden, damit sie so früh wie möglich zur Testung und gegebenenfalls Behandlung erscheinen können“, schreibt Bojunga im Handbuch zum Endokrinologie Update.

Nach Einschätzung der Autoren ist ein Follow-up, um eine anhaltende Schilddrüsenunterfunktion aufzudecken, dann besonders wichtig, wenn eine weitere Schwangerschaft geplant wird.

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