Leitlinie zu Sportverletzungen setzt auf Enzyme

Eine neue Leitlinie für die Sportraumatologie, die demnächst im Internet steht, berücksichtigt bei den Therapiemöglichkeiten auch die Behandlung mit Enzymen.

Von Petra Eiden Veröffentlicht:

BERLIN. Wenn sich Sportler verletzen, versorgen sie sich häufig zunächst selbst. Sportmediziner haben in Berlin Tipps gegeben, wozu man ihnen raten kann, wann sie einen Arzt aufsuchen sollten. Zudem stellten die Sportmediziner eine Leitlinie für die Sporttraumatologie vor.

Bei Sportverletzungen gilt in der Akutversorgung bekanntlich die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern!

Daran hat Dr. Helmut Pabst aus Gliching bei einer Veranstaltung der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Enzymtherapie (WGFE) in Berlin erinnert.

Den Sportlern ist zu raten, sofort eine Pause einzulegen, für etwa zwanzig Minuten mit einem Druckverband eine Kompression anzulegen, mit vier Grad kaltem Schmelz- oder zehn Grad kaltem Leitungswasser zu kühlen, anschließend einen Stützverband anzulegen und das verletzte Bein oder den Arm hochzulagern.

Die PECH-Regel ist nach wie vor das A und O.

Versorgen sich Sportler zunächst selbst, sollte man ihnen raten, einen Arzt aufzusuchen, wenn der Schmerz in Ruhe unerträglich wird, die Verletzung bei leichter Belastung schmerzt, eine offene Wunde vorliegt, ein Klopfschmerz auftritt oder der Betroffene befürchtet, sich schwer verletzt zu haben.

Auch Eisbeutel sind Bestandteil der PECH-Regel für Sportverletzungen.

Auch Eisbeutel sind Bestandteil der PECH-Regel für Sportverletzungen.

© Foto: PhotoDisc

Wie Ulrich Nieper aus München-Harlaching hinzugefügt hat, sollten Patienten auch bei einer Verstauchung immer einen Arzt hinzuziehen, da dieser mit Röntgenaufnahmen eine Fraktur ausschließen und - wenn nötig - eine Versorgung mit Orthesen oder Gehhilfen veranlassen kann. Zerrungen können nach sei nen Angaben im Oberschenkelbereich oft zunächst mit Kühlung, Kompression und Enzympräparaten behandelt werden.

Bei Wadenzerrungen sei aufgrund der Schmerzen und Bewegungseinschränkungen hingegen häufig auch ein Arztbesuch notwendig. Zu entsprechenden Therapieoptionen in der Sporttraumatologie hat die WGFE neue Leitlinien erstellt, die in den kommenden Wochen im Internet auf www.wgfe.de veröffentlicht werden sollen.

Als antientzündliche und abschwellende Begleitmaßnahme hat Pabst die Einnahme von Enzymtabletten empfohlen Er bevorzuge Kombinationspräparate wie Wobenzym®, das unter anderem die pflanzlichen Enzyme Bromelain und Papain enthält, und von ihm bei Sportverletzungen mit bis zwei- bis dreimal täglich zehn Tabletten hochdosiert wird. Bei Phlogenzym®, das als pflanzliches Enzym Bromelain in höherer Dosis enthält, würde Pabst dreimal täglich sechs Tabletten geben.

www.wgfe.de

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