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Lipödem: So früh wie möglich weg mit dem Fett

Mittel der Wahl beim Lipödem ist die Liposuktion - und zwar möglichst frühzeitig. So lassen sich Folgeerkrankungen wie Arthrose und gravierende psychiatrische Erkrankungen vermeiden.

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Ausgeprägtes Lipödem bei einer 54-jährigen Patientin: Experten empfehlen als Mittel der Wahl die Liposuktion.

Ausgeprägtes Lipödem bei einer 54-jährigen Patientin: Experten empfehlen als Mittel der Wahl die Liposuktion.

© Dr. Manuel Cornely

AACHEN (erf). "Das Lipödem ist keine spezifische Form des Übergewichts, es kann weder durch Diät noch durch sportliche Aktivitäten beeinflusst werden", berichtete Dr. Josef Stutz aus Schwarzenbach am Wald auf dem Phlebologen-Kongress in Aachen.

Es handelt sich dabei um eine symmetrische Fettverteilungserkrankung, die zumeist an den Ober- und Unterschenkeln, manchmal auch an den Armen auftritt.

Sehr häufig kommt es zu einer Valgus-Gonarthrose, oft von erheblichen Schmerzen begleitet. Durch die Verdickung der Ober- und Unterschenkel entwickelt sich eine Achsfehlstellung in Hüfte und Knie, wie Stutz erläuterte.

Diese führt häufig zu einer Eindrehung des Kniegelenks. Allein durch die Stauchung und Dehnung entsteht ein Druckschmerz am Kapselbandapparat, und durch den Abrieb am Knorpel langfristig eine schmerzhafte Arthrose.

Die Beschwerden treten zunächst vor allem bei bestimmten Belastungen auf. Etwa Bergabgehen, Treppensteigen oder in Form eines Anlaufschmerzes.

Ein gutes Indiz sind ebenfalls einseitige Ablaufspuren an den Schuhen. Durch Kompression ist keine Besserung zu erwarten.

Mittel der Wahl ist nach den Erfahrungen von Stutz die Beseitigung der mechanischen Ursache, und zwar durch eine Liposuktion.

Dadurch wird die Achsenfehlstellung der Beine korrigiert. Sinnvoll ist ein möglichst früher Zeitpunkt dieser Maßnahme.

Doch wer trägt die Kosten einer Liposuktion? Die GKV sieht sie als Lifestyle-Maßnahme und lehnt daher prinzipiell die Übernahme ab. "Eine Patientin hat dies aber - nach vielen Diskussionen - bei ihrer Krankenkasse durchgesetzt", so der Phlebologe.

Argumentativ geltend zu machen sind nicht nur langfristige gesundheitliche Schäden mit den entsprechenden Kosten der Arthrose, bis hin zur frühzeitigen Endoprothetik, sondern ebenfalls gravierende psychiatrische Erkrankungen.

"Viele meiner Patientinnen leiden an Essstörungen wie Anorexie und Bulimie." Dazu kommen oftmals noch affektive Störungen, etwa in Form von Depressionen, die nicht selten von Selbstmordgedanken begleitet sind.

Nach der Wirkdauer einer Fettabsaugung befragt, antwortete Stutz: "Ich kann nur nach meiner persönlichen Erfahrung gehen, die aber einen Zeitraum von zwölf Jahren umfasst."

Weiter: "Demnach muss die Liposuktion nicht wiederholt werden. Ausnahmen sind allerdings Patienten mit Essstörungen, die auch nach der Saugung weiterhungern. Diese bekommen wieder dicke Beine."

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