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Lungenembolie oft erst nach Entbindung

DÜSSELDORF (sir). Ein bis zwei von 1000 Frauen erleiden im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt Thromboembolien. Es ist daher wichtig, dass Schwangere zu den Symptomen aufgeklärt werden und bei Schwangeren mit hohem Thromboserisiko an eine Prophylaxe, etwa mit niedermolekularem Heparin, gedacht wird.

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Während der Schwangerschaft sowie bis zu zwölf Wochen nach der Entbindung ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse erhöht.

Während der Schwangerschaft sowie bis zu zwölf Wochen nach der Entbindung ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse erhöht.

© Foto: Klaro

"Schwangerschaft per se triggert thromboembolische Ereignisse", erinnerte Privatdozentin Irene Hösli aus Basel beim Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie in Düsseldorf. Aber auch Gerinnungserkrankungen in der eigenen oder Familienanamnese, ein Alter über 35 Jahre, Nulliparität, Adipositas, In-vitro-Fertilisation (IvF), Mehrlingsschwangerschaft und Gestationsdiabetes seien Risikofaktoren. Schwangere sollten deshalb die Symptome einer Thrombose wie lokale Schmerzen, Rötung, Schwellung und Verhärtung kennen, betonte Hösli.

Sectio erhöht das Risiko für Thromboembolien

Thromboembolien können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten. Meist seien es tiefe Venenthrombosen (TVT) der linken Iliofemoralvene, so die Kollegin. "Bei der Entbindung erhöht eine Sectio das Risiko für thromboembolische Ereignisse auf etwa das Drei- bis Vierfache", sagte die Gynäkologin. Dennoch solle eine Tromboembolie-Prophylaxe möglichst zwölf Stunden, eine Therapie 24 Stunden vor der Entbindung unterbrochen werden, um anaesthesistische oder chirurgische Maßnahmen nicht zu behindern.

"Nach der Geburt, und zwar noch bis zu zwölf Wochen danach, findet man oft die gefürchteten Lungenembolien", sagte Hösli. Warnzeichen seien Placenta praevia, vorzeitige Lösung der Plazenta und Präeklampsie in der Schwangerschaft, und auch hier erhöhe eine IVF das Risiko. Klinische Symptome seien Tachypnoe, Dyspnoe und Pleuraschmerz.

Hösli empfahl für Risikopatientinnen das Tragen von Thrombosestrümpfen. Bei vielen Frauen sei auch die Verordnung eines niedermolekularen Heparins (NMH) ratsam; diese solle gewichtsadaptiert erfolgen. So sei bei Schwangeren mit einer TVT in der Anamnese ohne weitere Risikofaktoren eine Prophylaxe mit einem NMH nach der Entbindung ratsam.

Bei hohem Risiko Prophylaxe schon vor der Entbindung

Bei Frauen mit TVT in der Anamnese und weiteren Risikofaktoren wie einer positiven Familienanamnese empfiehlt die Schweizer Kollegin eine solche Prophylaxe bereits spätestens ab der 10./12. Schwangerschaftswoche (SSW) bis sechs Wochen postpartal. Bei Frauen mit hereditärer Thrombophilie mit TVT in der Anamnese sei eine Prophylaxe mit NMH während der gesamten Schwangerschaft sowie bis sechs Wochen postpartal ratsam.

Besonders problematisch sei die Behandlung Schwangerer mit Herzklappenersatz; hier müssten individuelle Lösungen gefunden werden. Unter strenger Indikationsstellung könne bis einschließlich zur fünften und dann wieder ab der 13. bis 34. Schwangerschaftswoche auch eine orale Antikoagulation mit dem Vitamin-K-Antagonisten Phenprocoumon erfolgen, ebenso in der Stillzeit, sagte die Schweizer Expertin.

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