Direkt zum Inhaltsbereich

Mammografie-Screening auch im Alter?

BERLIN (hub). Neue Chancen gibt es für Frauen mit Mamma-Ca. Die Daten wurden beim Brustkrebs-Kongress EBCC in Berlin vorgestellt: Eine zusätzliche Antikörper-Therapie erhöht Chancen bei Brustkrebs. Ein Mammografie-Screening bringt auch was für über 70-Jährige.

Veröffentlicht:
  • Antikörper-Therapie: 453 Frauen mit überexprimiertem HER2-Rezeptor erhielten entweder eine alleinige Chemotherapie aus Anthrazyklin und Taxan oder zusätzlich den Antikörper Trastuzumab (Herceptin®). Innerhalb von 15 Monaten gab es bei den Frauen in der Gruppe mit Antikörper bei 41 Prozent keinen Hinweis auf ein Rezidiv. In der Gruppe mit reiner Chemotherapie war das nur bei knapp 20 Prozent der Fall. "Die Studie hat belegt, dass eine Anthrazyklin/Taxan-Chemo plus Antikörper gegen den HER2/neu-Rezeptor die komplette Ansprechrate deutlich erhöht", sagte Professor Michael Untch vom Helios-Klinikum Berlin-Buch, "und das ohne negative Effekte auf das Herz." Patientinnen mit bestehenden Herzproblemen waren von der Studie ausgeschlossen.
  • Mammografie mit über 70: Frauen profitieren von einer Teilnahme an Screening-Programmen auch dann, wenn sie älter als 70 Jahre alt sind. Das haben Daten aus den Niederlanden belegt. Dort wurde das Screening auf 70- bis 75-Jährige erweitert. Fünf Jahre später war die Brustkrebs-assoziierte Sterberate durch bei den dann 75- bis 79-jährigen Frauen um fast ein Drittel niedriger als bei Frauen der gleichen Altersgruppe 10 bis 20 Jahre zuvor: Absolut sank die Rate von 166 auf 117 pro 100 000.
  • Akupunktur: Patientinnen mit Tamoxifen-Therapie hatten mit traditioneller chinesischer Akupunktur 50 Prozent weniger Hitzewallungen als Frauen, die nur eine Sham-Akupunktur erhielten.
  • Herzrisiko: Das Risiko für Herzinfarkte durch eine Aromatasehemmer-Therapie werde bisher überschätzt, sagte Dr. Alain Monnier aus Belfort in Frankreich. In Studien beobachtete kardiovaskuläre Vorteile für Tamoxifen im Vergleich zu Aromatasehemmern (AI) lägen an kardioprotektiven Effekten des Tamoxifens. Tödliche Herzinfarkte seien bei Frauen mit adjuvanter AI-Therapie nicht häufiger als bei gleichaltrigen Frauen in der Postmenopause ohne Brustkrebs. In mehreren Studien seien Aromatasehemmer für die Krebstherapie effektiver als Tamoxifen gewesen, so Monnier.

Nadeln mindern Hitzewallungen bei Therapie mit Tamoxifen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hormonrezeptor-positive Karzinome

Studie: Geringere Brustkrebssterblichkeit mit Statin-Therapie

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV

Lesetipps
Eine ältere Frau steht vor einem Arzneischrank.

© SelectStock / Getty Images / iStock

Wird oft übersehen

Wie sich Migräne bei älteren Menschen zeigt