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Mammografie nützt auch jungen Frauen

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MÜNCHEN (wst). Das nationale Mammografie-Screeningprogramm sieht in Deutschland jetzt als Kassenleistung die routinemäßige Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung für Frauen vom 50. bis 69. Lebenjahr vor, und zwar im Abstand von zwei Jahren. 25 Prozent aller Brustkrebsneuerkrankungen treten aber vor und ebenso viele nach dieser Altersspanne auf.

Experten plädieren deshalb für eine Ausweitung des Screenings. Zumindest bei manchen Frauen sei dies zu empfehlen, hat Professor Ingrid Schreer vom Mamma-Zentrum der Universität Kiel auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) in München gesagt. Studien hätten belegt, dass auch bereits eine regelmäßige Mammografie zwischen dem 40. und 49. Lebensjahr die Sterberate der Frauen signifikant reduziert.

Angesichts der in diesem Alter noch geringeren Brustkrebs-Prävalenz ist der absolute Vorteil allerdings nicht so hoch wie bei Frauen vom 50. bis 69. Lebensjahr, und er muß zudem mit einem höheren Anteil an falsch-positiven Befunden erkauft werden. Die AGO plädiert deshalb dafür, die Entscheidung zur Mammografie zwischen dem 40. und 49. Lebensjahr von einer individuellen Risiken-Nutzen-Abwägung abhängig zu machen.

Als klare Kandidatinnen für ein vorgezogenes Mammografie-Screening gelten Hochriskopatientinnen, etwa solche aus Brustkrebsfamilien oder Frauen mit BRCA1/2-Genmutation. Aber auch ein noch sehr dichtes Brustdrüsengewebe in der fünften Lebensdekade sei mit einem bis um den Faktor Sechs über der Norm liegenden Brustkrebsrisiko verbunden und rechtfertige Mammografien vor dem 50. Lebensjahr. Allerdings sollte bei dichtem Brustdrüsengewebe zusätzlich immer auch eine Sonografie vorgenommen werden, so die AGO.

Da der Nutzen eines Mammografie-Screenings vor dem 40. Lebensjahr noch nicht ausreichend in Studien nachgewiesen ist, rät auch die AGO mit Ausnahme bei genetischen Höchstrisikopatientinnen klar von einer solchen Maßnahme ab.

Angesichts der steigenden Lebenserwartung dürfe das 70. Lebensjahr keine starre Mammografie-Grenze sein, obwohl die Datenlage zum Nutzen der Methode in diesem Alter noch dünn sei, so Schreer. Bevor ältere Frauen einer Mammografie zustimmen, sollten sie aufgeklärt werden, dass damit möglicherweise Frühkarzinome gefunden werden, deren Einfluß auf die Lebenserwartung angesichts des fortgeschrittenen Alters fraglich ist.

Sowohl die Selbstabtastung der Brust wie auch die isolierte manuelle Untersuchung durch Gynäkologen hätten in kontrollierten Studien keinen nennenswerten Einfluß auf die Sterberate ergeben, berichtete Schreer. Sie seien daher kein Ersatz für das Mammografie-Screening.

In Verbindung mit mammografischen oder sonografischen Auffälligkeiten könne die klinische Untersuchung aber wichtige Zusatzinformationen liefern und sei daher unbedingt angezeigt, so Schreer. Auch von einem Screening nur mit Ultraschall raten die aktuellen AGO-Leitlinien vor allem aufgrund einer zu hohen Quote falsch-positiver Befunde ab. Zur Abklärung unklarer Mammografien, besonders bei dichtem Drüsengewebe, sei die Sonografie jedoch wichtig.

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