Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar – Impfungen

Masern-Messlatte tiefer gelegt

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Dank der Impfung haben sich Masern in Deutschland schon deutlich zurückdrängen lassen, seit einigen Jahren gibt es hierbei jedoch keine Fortschritte mehr. Das Ziel einer Masern-Elimination bis 2020 erschien daher in weiter Ferne, auch weil es in Nachbarländern immer wieder zu großen Ausbrüchen kommt. Die anvisierte Eradikation in Europa war zudem bereits zweimal verfehlt worden.

Nun wurde die Messlatte für die Elimination tiefer gelegt. Statt – wie bisher angestrebt – durch Impfungen die jährliche Inzidenz auf weniger als eine Erkrankung pro eine Million Einwohner zu drücken, reicht jetzt der Nachweis, dass es keine endemischen Masern mehr gibt.

Hierzu muss bei jedem Ausbruch belegt werden, dass die Erreger kürzlich eingeschleppt wurden und die Transmission binnen zwölf Monaten gestoppt worden ist.

Befriedigend ist ein solcher Eliminationsstatus nicht, denn auch durch eingeschleppte Masern wird es in Deutschland weiter schwere Erkrankungen und wahrscheinlich auch Todesfälle geben. Es müssen daher auch endlich die großen Impfdefizite angegangen werden: Kleinkinder müssen zeitgerecht komplett geschützt werden und für den Schutz von Jugendlichen und Erwachsenen muss es mehr Nachholimpfungen geben.

Lesen Sie dazu auch: Ziel 2020: Nur noch Masern-Elimination "light"?

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

162 Studien ausgewertet

Häufigkeit von zerebralen Aneurysmata nimmt zu

Lesetipps
Körpersprache ist stärker als das gesprochene Wort. Man kann aufgebrachten Patienten daher durchaus auch die Handfläche zeigen, also leicht ausgestreckter Arm, man zeigt die Handfläche und signalisiert dem Patienten „Stopp“, so Praxisberaterin Christiane Fleißner-Mielke.

© Doodeez / Stock.adobe.com

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Ärztin untersucht Schilddrüse

© Peakstock - stock.adobe.com

Systematische Ursachensuche

Therapierefraktäre Hypothyreose: Was steckt dahinter?