KOMMENTAR

Masernschutz braucht mehr Engagement

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht: 23.02.2006, 08:00 Uhr

Daß die Impfraten bei Kindern in den vergangenen acht Jahren erhöht worden sind, liegt an dem großen Engagement von Kollegen. Hinzukommt, daß der Impfkalender durch die Einführung von Kombinationsvakzinen stark vereinfacht worden ist und Kinder heute mit nur sechs Impfungen gegen neun Krankheiten geschützt werden können.

Große Defizite sind jetzt aber erneut beim Masernschutz belegt worden. Impfraten von 95 Prozent wären nötig, um die auch in Deutschland angestrebte Eliminierung von Masernviren in Europa bis 2007 erreichen zu können. Fortschritte gibt es zur Zeit nicht. Dazu fehlen Programme mit konkreten Maßnahmen.

Für Verbesserungen wären Impfkampagnen nötig, ähnlich wie in den 60er Jahren gegen Polio. Die Gesundheitsminister der Länder kommen aber bisher kaum ihrer Pflicht aus dem Infektionsschutzgesetz nach, angemessen über Impfungen zu informieren.

Gesundheitspolitiker haben sich im vergangenen Herbst klar für die Impfung gegen Grippe ausgesprochen. Auch dadurch hat sich die Zahl der Influenza-Impflinge in diesem Winter stark erhöht. Ein ähnliches Engagement wäre auch bei den Masern wünschenswert.

Lesen Sie dazu auch: Impfraten bei Kindern verbessert

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