Mehr Embolien bei Autoimmunstörungen

MALMÖ (ob). Autoimmunerkrankungen scheinen mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Lungenembolien assoziiert zu sein - und das offenbar per se und unabhängig von ihrem spezifischen Erscheinungsbild.

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Lupus erythematodes: Er und andere Autoimmunerkrankungen erhöhen das Embolie-Risiko.

Lupus erythematodes: Er und andere Autoimmunerkrankungen erhöhen das Embolie-Risiko.

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

Darauf lassen aktuelle Ergebnisse einer Analyse von landesweit erhobenen Gesundheitsdaten aus Schweden schließen (Lancet 2011, online).

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Bengt Zöller aus Malmö hat in ihrer Studie die in einer Datenbank gespeicherten individuellen Daten von 535.538 Patienten ausgewertet.

Sie alle waren im Zeitraum zwischen 1964 und 2008 wegen einer Autoimmunerkrankung in schwedischen Kliniken in stationärer Behandlung.

Wie die Auswertung ergab, war das Risiko für das Auftreten einer Lungenembolie im ersten Jahr nach der Klinikentlassung bei diesen Patienten um den Faktor sechs höher als in der schwedischen Gesamtbevölkerung.

33 spezifische Erkrankungen herausgefiltert

Dabei war jede der insgesamt 33 einzelnen Autoimmunstörungen jeweils mit einem signifikant erhöhten Risiko assoziiert, berichten die Autoren.

Es kristallisierten sich auch Störungen mit besonders hohem Risiko heraus. Dazu zählten Immunthrombozytopenie, Polyarthritis nodosa, Polymyositis oder Dermatomyositis und Systemischer Lupus erythematodes (SLE).

Das Embolierisiko nahm zwar in der Folge ab, persistierte bei einigen Erkrankungen aber bis zu zehn Jahre lang.

Nach Ansicht der Autoren ist bei Autoimmunerkrankungen von einem Zustand der Hyperkoagulabilität auszugehen.

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