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Studie

Mehr Frühgeburten nach dem 40. Lebensjahr

Bei Schwangeren über 40 Jahren ist die Rate von Frühgeburten deutlich erhöht. Am niedrigsten ist sie nach Resultaten einer kanadischen Studie im Alter zwischen 30 und 34 Jahren: Hier beträgt sie knapp sechs Prozent.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Viel diskutiert wird, ob mit dem Alter auch die Gefahr einer Frühgeburt zunimmt. Das ist offenbar nur bedingt so. Denn zwischen 30 und 34 Jahren ist sie einer Studie zufolge am geringsten.

Viel diskutiert wird, ob mit dem Alter auch die Gefahr einer Frühgeburt zunimmt. Das ist offenbar nur bedingt so. Denn zwischen 30 und 34 Jahren ist sie einer Studie zufolge am geringsten.

© Tobilander / stock.adobe.com

MONTREAL. Das durchschnittliche Alter von Schwangeren hat in den vergangenen Dekaden bekanntlich zugenommen, und damit steigt auch das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen wie Diabetes, Hypertonie oder einer Placenta praevia, berichten Gynäkologen um Florent Fuchs von der Klinik Saint Justine in Montreal.

Viel diskutiert wird, ob mit dem Alter auch die Gefahr einer Frühgeburt zunimmt. Die Ärzte um Fuchs verweisen etwa auf eine kanadische Untersuchung bei 80.000 Frauen, wonach sich ein Drittel der Zunahme von Frühgeburten auf ein steigendes Alter der Mütter zurückführen lasse. Das wollten die Gynäkologen nun in einer eigenen Analyse überprüfen. Auch sie fanden eine erhöhte Rate von Frühgeburten bei älteren Schwangeren. Der Zusammenhang ist aber nicht linear, vielmehr deutet sich eine U-Kurve an – mit dem geringsten Risiko im Alter zwischen 30 und 34 Jahren.

Zu diesem Schluss kommen die Forscher um Fuchs anhand einer Auswertung der Studie QUARISMA bei über 165.000 Schwangeren (PLoS ONE 2018; online 31. Januar 2018). In der Studie wurde primär untersucht, ob durch ein Aufklärungs- und Informationsprogramm die Sectio-Rate gesenkt werden kann. An der Studie waren 32 Kliniken in Kanada beteiligt, sie zeichneten detailliert das Alter der Frauen und den Verlauf der Schwangerschaften auf, registrierten also auch Schwangerschaftskomplikationen und den Geburtstermin.

Wie erwartet, wurden bei älteren Schwangeren zahlreiche Komplikationen gehäuft beobachtet. Verglichen mit der Altersgruppe von 30–34 Jahren entwickelten über 40-jährige Frauen rund doppelt so oft eine hypertone Komplikation (10,7 versus 6,3 Prozent), einen Schwangerschaftsdiabetes (19,4 versus 8,7 Prozent) sowie eine Placenta praevia (1,4 versus 0,8 Prozent). Zudem hatten dreimal mehr Schwangere über 40 Jahren bereits eine chronische Hypertonie (4,1 versus 1,4 Prozent).

Hypertone Komplikationen wie Schwangerschaftshypertonie, Präeklampsie und Eklampsie waren am seltensten bei den Frauen im Alter von 30–34 Jahren zu beobachten, jüngere Frauen waren ebenfalls öfter betroffen (7,5 Prozent der 20- bis 24-Jährigen). Hier deutet sich folglich eine U-Kurve mit dem Nadir unter den 30- bis 34-Jährigen an.

Ein ähnliches Phänomen konnten die Forscher um Fuchs auch für die Rate der Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche beobachten. Diese Rate war mit 7,8 Prozent bei den über 40-Jährigen am höchsten und mit 5,7 Prozent in der Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen am geringsten. Unter den 25- bis 29-Jährigen betrug die Rate 6,0 Prozent, darunter 6,8 Prozent. Damit wird auch hier eine U-Kurve erkennbar.

Berücksichtigten die Forscher Parität, Begleiterkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen in der Vorgeschichte, kamen sie für Frauen über 40 Jahren auf ein 20 Prozent erhöhtes Risiko für Frühgeburten – verglichen mit Schwangeren im Alter von 30–34 Jahren. Um 8 Prozent erhöht ist die Gefahr danach bei den jüngsten Schwangeren, in den übrigen Altersgruppen liegt der Wert dazwischen. Signifikant erhöht ist die Gefahr nach diesen Daten allerdings nur für die jüngsten und die ältesten Frauen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für extreme Frühgeburten (vor der 32. Schwangerschaftswoche), hier sind die relativen Unterschiede sogar noch etwas größer; ebenso, wenn zwischen spontanen und iatrogenen Frühgeburten unterschieden wird – an der Risikoverteilung ändert sich aber nicht viel. Das Team verweist auf ähnliche Studien aus Dänemark und Finnland, in denen Forscher ebenfalls eine U-Kurve für das Frühgeburtsrisiko fanden, allerdings lag der Nadir hier etwas unter 30 Jahren.

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