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Kommentar

Mehr Leben gegen ein paar Hirnzellen

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Zugegeben - es ist keine angenehme Vorstellung sich ein Stück Gehirn herausschneiden zu lassen. Allerdings ist es auch keine angenehme Vorstellung, das Leben zu verpassen, weil man keinen Ausbildungsplatz, keinen Job und keinen Partner findet, weil man nicht Autofahren darf und ständig Angst vor schweren epileptischen Anfällen hat.

Mit einer solchen Perspektive vor Augen verzichtet vielleicht so mancher Betroffene gerne auf jene paar Gramm Gehirn, die ihm die Teilnahme an einem normalen Leben verwehren. Doch glaubt man Neurologen, erfahren Patienten mit therapierefraktärer fokaler Epilepsie noch zu selten und zu spät von der Option, sich den Epilepsieherd entfernen zu lassen. Häufig operiert man sie erst dann, wenn es für vieles im Leben zu spät ist. So könnten nach Schätzungen von Neurologen bis zu 50 000 der 800 000 Epilepsiekranken operiert werden.

Wenn eine fokale Epilepsie diagnostiziert wird und Ärzte die Anfälle mit Arzneien nicht in den Griff bekommen, sollten sie also möglichst früh - am besten im Kindesalter - eine Op erwägen. Auch wenn nicht alle Operierten anfallsfrei werden - viele würden für die gute Chance, geheilt zu werden, sicher gerne ein paar ihrer grauen Zellen opfern.

Lesen Sie dazu auch: "Bei Epilepsie wird zu selten operiert"

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