Zika

Mehr Reisende bringen Viren mit

Die Zahl der Zika-Fälle in Deutschland nimmt zu - und auch Russland meldet eine erste Infektion. Meist sind es Rückkehrer von Südamerika-Reisen.

Veröffentlicht:

HAMBURG/MOSKAU. Bislang haben 20 Menschen das Zika-Virus von Lateinamerika nach Deutschland eingeschleppt. Das teilte das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) mit.

In Deutschland seien keine schwangeren Frauen unter den Infizierten. "Natürlich rechnen wir, wie bei jeder Epidemie in Reiseländern, mit steigenden Fallzahlen bei Reiserückkehrern", wird Privatdozent Dennis Tappe vom BNITM in einer Mitteilung zitiert. Auch in Russland wurde erstmals eine Infektion bei einer Reiserückkehrerin festgestellt.

Die Frau habe das Virus von einem Besuch der Dominikanischen Republik mitgebracht, meldet die russische Verbraucherschutzbehörde. Die Patientin liege im Krankenhaus, ihr Zustand sei zufriedenstellend. Nach ihrer Rückkehr habe sie über Fieber und Hautausschlag geklagt.

Rasante Ausbreitung

In den vergangenen Monaten hat sich das Zika-Virus rasant in Lateinamerika ausgebreitet. Dass das Zika-Virus hier eine so explosionsartige Infektionswelle ausgelöst hat, liegt wohl vor allem daran, dass die übertragende Stechmücke dort ganzjährig vorkommt und auf eine noch nicht immunisierte Bevölkerung trifft.

Allein in Brasilien schätzen die Behörden die Zahl der Infektionen auf 500.000 bis 1,5 Millionen. Dort wurde kürzlich - wie berichtet - ein Großeinsatz gegen das Virus gestartet: Rund 220.000 Soldaten verteilten Informationszettel zur Moskitobekämpfung.

Als nächster Schritt sollen Moskitos und Eiablageplätze mit Insektiziden eliminiert werden.

Infektionen in über 40 Ländern

Viele Zika-Infektionen bleiben unerkannt, da die grippeähnlichen Symptome meist eher harmlos sind, oft erkranken Infizierte gar nicht. Eine Gefahr könnte die Infektion für Schwangere darstellen.

Das Virus steht im Verdacht, Mikrozephalie bei Ungeborenen zu verursachen. Mikrozephalie kann aber auch andere Ursachen haben, etwa Röteln in der Schwangerschaft.

Bisher sind nach Angaben der WHO in rund 40 Ländern Zika-Infektionen aufgetreten. (dpa)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Empfehlung des CHMP

Mpox: Anwendung von Tecovirimat wird eingeschränkt

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche