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Schwangerschaft

Mehr Sport, weniger Not-Kaiserschnitte

Schwangere, die sich körperlich ertüchtigen, brauchen seltener eine Notsectio als Schwangere ohne Training. Das geht aus einer prospektiven norwegischen Studie mit Frauen hervor, die zuvor noch kein Kind zur Welt gebracht hatten.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

OSLO. Um zu überprüfen, welchen Einfluss körperliches Training während der Schwangerschaft auf die Wahrscheinlichkeit einer Notsectio oder einen elektiven Kaiserschnitt hat, wertete die Epidemiologin und Sportmedizinerin Dr. Katrine Mari Owe von der Universitätsklinik in Oslo zusammen mit Mitarbeitern die Daten der bevölkerungsgestützten "Norwegian Mother and Child Cohort Study" aus (Am J Obstet Gynecol 2016, online 23. August). Sie stammen von mehr als 39.000 Frauen, die zwischen 2000 und 2009 erstmals ein Kind zur Welt gebracht hatten.

Als Notsectio galt ein Kaiserschnitt, wenn die Entscheidung für den Eingriff längstens acht Stunden vor der Entbindung getroffen wurde. In den Schwangerschaftswochen (SSW) 17 und 30 waren die Studienteilnehmerinnen zu ihren körperlichen Aktivitäten befragt worden. Daten zur Notsectio und zur elektiven Kaiserschnittentbindung entnahmen die Ärzte dem norwegischen Geburtsregister. Als Referenz wurde die vaginale Entbindung verwendet.

Körperliche Aktivitäten, die für die Studie berücksichtigt wurden, reichten von strammem Gehen über Training im Fitnesscenter, Schwimmen und Aerobic bis zu Tanzen, Skifahren, Reiten und Ballspielen. Nicht berücksichtigt wurden dagegen etwa Gartenarbeit und Kinderbetreuung sowie Spazierengehen.

Die Häufigkeit der körperlichen Aktivitäten lag zwischen ein- bis dreimal pro Monat bis mindestens dreimal pro Woche. Schließlich wurden fünf Gruppen gebildet mit Wochenkategorien von "niemals" bis "mindestens sechsmal pro Woche". In einer Subgruppe der Studienpopulation war die körperliche Aktivität mithilfe eines Beschleunigungsmessers (Akzelerometer) überprüft worden.

Bei insgesamt 6030 Schwangeren (15,4 Prozent) wurde ein Kaiserschnitt vorgenommen. Drei von vier dieser Entbindungen waren Notsectiones (n = 4689, 77,8 Prozent). Wie die Ärzte berichten, lag die stärkste Risikoreduktion für eine Notsectio den Berechnungen zufolge in der Gruppe jener Frauen, die angaben, sich mehr als fünfmal pro Woche körperlich zu ertüchtigen (SSW 17: -2,2 Prozent: SSW 30: -3,6 Prozent). Vergleichsgruppe waren Schwangere ohne körperliches Training.

 Die größte Risikoreduktion war mit intensiven Sportarten zu verzeichnen (SSW 17: -3 Prozent; SSW 30: -3,4 Prozent). Dazu wurden Laufsport und Ballspiele gerechnet. Ähnliche Ergebnisse sind aus kleineren Studien berichtet worden.

Wurde bei der statistischen Auswertung der BMI der Frauen vor der Schwangerschaft berücksichtigt, war die Risikoreduktion der Notsectio weniger stark ausgeprägt. Das könne ein Hinweis darauf sein, dass die Risikoreduktion auf einem niedrigen BMI der Sport treibenden Schwangeren beruht, so Owe und ihren Kollegen. Die Kaiserschnittrate in Norwegen ist nach Angaben der Ärzte eine der niedrigsten in Europa. Sie empfehlen, die mögliche Assoziation zwischen körperlicher Bewegung und Notsectiorate in anderen Ländern zu überprüfen.

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